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1 (1881)
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314 KUNSTPOESIE.

Farbenwechsel, schildert, ich meine in denKronenWächtern",hatte er die Gegenwart im Auge und suchte die Fragendie sie ängstigen, in jenen Verhältnissen mit der Freiheit, diedem Dichter geziemt, zu lösen. Was ihm die eigene Zeit bot,was er selbst sah und miterlebte, das hat er in dem Romanvon der Gräfin Dolores niedergelegt, dessen reiche Belehrungnur von einer gewissen Überfülle, deren er sich nicht erwehrenkonnte, bedeckt wird. In seinen Novellen, von welchen einigemeisterhaft angeordnet und ausgeführt sind, hat er mit feinerBeobachtungsgabe einzelne Richtungen der Zeit herausgehoben,und ich zweifle nicht, dass ihnen die Anerkennung, die sie ver-dienen, zu Theil wird. Auch seine dramatischen Gedichte, fürdie er entschiedene Anlage hatte, würden auf der Bühne vonWirkung gewesen sein, wenn der Strom nicht zu oft über dieUfer getreten wäre. Überall aber hat er die volle Wahrheitseiner Seele ausgesprochen, die er mit keiner Buhlerei nachBeifall befleckte.

In gegenwärtiger Ausgabe sollen mit Ausnahme wenigerganz jugendlicher Versuche Arnims einzeln gedruckte oderin Zeitschriften zerstreute Dichtungen in natürlichen, nicht all-zu ängstlich begrenzten Abtheilungen gesammelt und mitmanchem Werthvollen, das in seinem Nachfasse sich befindet,vermehrt werden. Zugesagte Mittheilungen werden mich in denStand setzen, am Schlüsse des Ganzen einen Umriss von demäussern Leben des Dichters, so wie Betrachtungen über seingeistiges Wirken hinzuzufügen.

Cassel am 1. Mai 1839.

Wilhelm Grimm.