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1 (1881)
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300 KUNSTPOESIE.

um, nicht unähnlich den Restauratoren der Antiken, dem Leibeinen Kopf geschickt aufzusetzen, der ihm ursprünglich nichtgehörte. Beider Neigungen gedenken wir hier, weil sich wohlSpuren davon finden, aber eigentlichen Einfluss haben sie aufdie Bildung dieses Werks nicht gehabt, und in dieser Beziehungkann man sagen, dass die Kunst des Dichters fortgeschrittensei. Diese Dichtung hat eine bestimmte Begrenzung, einenRahmen, der sie wohlthätig einfasst; zwar ist die früheste Er-innerung der Geschichte, die wir mit erleben, nicht vergessen,aber sie stört nicht die Verhältnisse und leuchtet aus der Ferneals ein Hausmärchen herein; das Wunderbare ist meist in jenerzweifelhaften Schwebe zu dem Natürlichen und Wirklichen ge-halten, in welcher es allein ergreift, und während man überallden Verstand in dem Wohlgeordneten erkennt, bricht ungestörtdie frische und grünende Saat der Poesie freudig ans Licht.Die Sprache ist, wo nicht reicher, was sie immer war, dochklarer (wenn gleich nicht frei von kleinen Nachlässigkeiten);besonders ist es den Liedern wohlthätig, wenn sie eben soherrlich gesagt als gedacht sind.

Die Einleitung beschreibt genau und mit poetischer Aus-führlichkeit den Schauplatz, oder der Dichter breitet wie einsorgender Wirth ein reines fein gebildetes Gedeck vor seinenGästen aus. Jetzt werden wir in der kalten Winternachtzwischen Schneegestöber in die lebenswarme Dichtung einge-führt. Ob uns der Reiz des Neuen besticht, aber die erstenGeschichten, die spärliche Hochzeitslust, der seltsame Funddes Knaben, die ganze Wirthschaft auf dem Thurme, wozwischen einer nahen meisterhaft geschilderten Gegenwartdunkle und geheime Ahnungen aufsteigen, jene von allem Glanz,irdischem und überirdischem, bestrahlte Erscheinung, die vordem seligen Knaben sich aufthut und mit dem schnellen TodeMartins wieder verschliesst; sie scheinen uns die Krone desganzen Buchs. Mit welcher Lust schreiten wir in diese neu-geöffnete Welt! Was wir erblicken, ist überraschend und unge-wöhnlich , dennoch ist es gültig und wahr vor unserer Seele,wir zweifeln nicht, dass es also gewesen. Wir sind geneigt,jene Erscheinung in den Ruinen des Barbarossapalastes wie