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1 (1881)
Seite
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268 KUNSTPOESIE.

gewesen, weil er sich auf eine anständige Weise belehrt undunterhalten fand, da der fassliche, auch nicht ganz sorgloseVortrag, eine Ansicht, die nicht ohne Geist und Gefügigkeitwar, endlich die von uns getadelte Kürze, welche eine Beendi-gung erlaubte, entgegen kam, so glauben wir auch, das gegen-wärtige werde sich eines gleichen Schicksals zu erfreuen haben,indem es mit jenem nicht nur dieselben Eigenschaften theilt,sondern auch noch sorgfältiger in der Form und genauer imInhalt ausgefallen ist. Überhaupt scheint es uns ganz eigent-lich für die gebildete Gesellschaft geschrieben, die sich in derGeschichte der Poesie zu orientiren gedenkt; die Forderungen,die eine solche machen darf, sind wohl alle befriedigt, selbst,was nicht selten wiederkehrt, das Berufen auf den Leser, derschon wisse und verstehe, womit in der That ein beträcht-licher Theil des Werkes abgethan worden, liess sich auchhieraus erklären. Man könnte nach dieser Bemerkung eineernsthaftere Kritik für unpassend halten, wenn der Verfassernur selbst einen solchen Standpunkt als den seinigen genannt,und wenn nicht schon die Wichtigkeit des Gegenstandes, vondem auch die Vorrede spricht, eine aufmerksamere Betrachtungerforderte.

Ein anderes Hindernis, das sich der würdigen Lösung derAufgabe entgegenstellte, war noch bedeutender, da es in derSache selbst lag und von keinem Fleiss gehoben werden konnte.Durch die in nicht langen Zwischenräumen bekannt gemachtenBriefe mancher von denen, welchen unsere Litteratur ein neuesLeben dankt, schien allmählich sich eine Geschichte der geistigenBestrebungen des verflossenen Jahrhunderts vorzubereiten. Überdas, was vorangegangen, hatte sich durch sie, das heisst, durchdas blosse Dasein einer neu wirkenden und gestaltenden Kraftein geschichtliches, festes Urtheil gebildet. Das unver-tilgbare Blau des Himmels war von neuem hervorgetreten, inder frischen Luft, die man athmete, liess sich aber leicht undohne Hass sagen, wie ängstlich, zusammengedrängt und darumwie arm man gelebt; es dachte niemand mehr daran, Gott-sched und seine Zeit als nichtig darzustellen, er stand nun vonselbst an der Stelle und in dem Verhältnis, das ihm in der