Druckschrift 
1 (1881)
Seite
257
Einzelbild herunterladen
 

ÖHLENSCHLAGERS PALNATOKE. 257

Harald.

Ich fürchteNoch einen schlimmem. Baut man schnell nicht vor,Schiesst er die Krone wohl von meinem Haupte.

Skofte.

Schiess ihm den Kopf herunter, und dein ArgwohnIst kürzer einen Kopf.

Harald.Du redest wieDer weise Mimer. Skofte! willst du hinDich schleichen, mit dem Dolche ihn durchbohren?

Skofte.Sofern sich's thun lässt, ja!

Harald.

Gar wohlLässt es sich thun: das Haus ist mir bekannt:Als Königssohn hatt' ich es selbst zu Gorms Zeit.Zwei Stockwerk hoch ist es gebaut: darunterDie Waffenhalle, sie ist voll von Kämpen.Doch oben ist ein kühler Platz und Kammer.Dort schläft er sicher einsam manche Stunde.Du kannst doch klettern, Skofte?

Skofte.

Wie ein Eichhorn.Harald.

So steig' am Baume du zum Dach hinauf,Der grösste Schornstein führt dich zum Kamin,Dort kannst bequem du deine Zeit erwarten.

Skofte.Das lässt sich hören.

Harald.

"Wenn es dir geglückt,So schenk' ich dir ein meergrün Seidenwamms,'Ne Scharlachmütze, hoch und spitz, und StiefelnMit Kleeblättern.

Skofte.

Und darf ich zeitig gehnZu Bett? und darf dein Küchenmeister mehrAls sonst mir Butter zu dem Brote gebenUnd mir es nicht so kärglich dünn mehr schmieren?

W. GRIMM, KL. SCHRIFTEN. 1. 17