ÖHLENSCHLÄGERS PALNATOKE. 255
Skofte.
Ho! ho! Herr König,Der lockt uns erst dazu, denn nimmer röthenDie Tropfen. Bluts so schön, so purpurfrisch,Als wenn sie träufeln in den weissen Schnee.
Harald.
Da hättest du denn wirklich Muth, mein Skofte,Zu dieser That, wenn ich der Alte wäre?
Skofte.Wie, Muth? Erlegt' ich doch mit eigner HandDrei starke Männer, meines Vaters Feinde.
Harald.Du?
Skofte.Ja, eben ich. (Er zieht sein Messer.) Siehst du am Messer hierDie Flecken Rost? 's ist Blutrost: es ist BlutVon meines Vaters Feinden.
Harald.
— und im Zweikampf?
Skofte (steckt das Messer zu sich).
Nein,Es war im Einkampf.
Harald.
Standen sie da stillUnd Hessen zu dich stossen?
Skofte (schenkt ein).Nein, sie lagen.
Harald.
Sie lagen? ■
Skofte (trinkt).Und schliefen.
Harald.
Ja, so! — Du bist so munter!Ha, ich missgönne dir die Munterkeit.Sprich, hat ein Kobold niemals dich geplagt,Den man Gewissen nennet?