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1 (1881)
Seite
254
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254 KUNSTPOESIE.

Skofte (trinkt).

Der arme Teufel!

Harald.Es war schwarze Mitternacht.Es sollte mit dem Tag der Streit beginnen.Verstört und schlaflos sass er in der Nacht.Gewiss des schnellen Sieges lärmten lautIn einem andern Hause die Rebellen:Dort war des Königs schlimmster Neider auch!Ach hätt' ich jetzt nur, dachte da der Alte,'Nen Diener, unverzagt und kühnen Muthes,So schickt' ich ihn in meines Feindes Haus:In den Verräther stiess' er seinen Dolch,Und mit dem Tage war der Sieg gewonnen.

Skofte.Und fand der Alte keinen solchen?

Harald.

Sohn!Beherzte Treu ist nicht so leicht zu finden.

Skofte.War' ich's gewesen nur, ich hätte langeMich nicht besonnen.

Harald.Du bist rasch und schlauUnd unverzagt, doch bist du nicht gewohnt,Das Schwert zu brauchen, Blut zu sehen.

Skofte.

Das Schwert nicht,Allein das Messer brauch' ich desto besser.Nicht Blut zu sehn gewohnt! Wo willst du hin?Bei uns daheim bringen die Weiber stetsDas Schweisstuch und das Leichentuch zum SchmausFür ihre Brüder, ihre Männer mit;Denn selten läuft es ohne Blut dort ab.

Harald.Gestattet Kälte solche Heftigkeit?Erlaubt der Schnee denn Mord?