ÖHLENSCHLÄGERS PALNATOKE. 249
toke. Dieser, seinen Feind kennend, bereitet ihm eine De-müthigung vor. Popo hatte Harald durch das scheinbare Mi-rakel, einen glühenden Erzhandschuh auf der blossen Hand zutragen, im christlichen Glauben befestigt. Er kommt nunmehr rmit glatten Worten dem Palnatoke, sofern er das Christenthumungekränkt lassen wolle, seine Hülfe anzubieten, um den jungenKönig auf den Thron zu setzen, und will das Heer dazu durchein Mirakel überreden. Palnatoke forderte eine Probe undlässt einen glühenden Erzhandschuh bringen, verlangend, dassder Bischof ihn auf die Hand ziehe. Diesem, der sich auf dieseWeise verhöhnt sieht, entfahren einige unvorsichtige Worteüber den Anschlag Haralds: durch Drohungen wird er gezwun-gen, alles zu entdecken, und Palnatoke eilt nunmehr seinemHerrn zu Hülfe. Dieser ist mit einem Freunde, Thowald Vid-förle, einem alten Wächter übergeben, der zu Nacht, sofernder Bischof ihm nicht anderen Befehl giebt, den Boden unterihren Füssen wegziehn und sie in die Schlangengrube stürzensoll. Der Alte, der nach des Bischofs Reden nur den jungenKönig für schuldig hält, beschliesst dessen Begleiter zu retten:erkennt in diesem den Retter seines Lebens und seinen Wohl-thäter und wird durch dessen festen Entschluss, ohne seinenHerrn keine Befreiung anzunehmen, sondern mit ihm zu sterben,vermocht, beide zu retten. Auf Palnatokes Rath, der dazukömmt, begiebt sich der junge König nach Samsöe, und erselbst mit seinen Gefährten beschliesst, Harald am andern Mor-gen anzugreifen. Dieser erhält die Nachricht von seiner Fluchtund Palnatokes Anschlag und beschliesst nunmehr, diesen alsdas Haupt seiner Gegner heimlich aus dem Wege zu räumen.Zu seinem Morde beredet er seinen Diener Skofte, einen Finnen-knaben, der durch einen heimlichen Gang aus dem Palaste sichin die Wohnung Palnatokes schleichen soll. Der Mörder ver-räth sich selbst durch seine Furcht bei dem Anblick des vonihm schlafend angetroffenen Helden: und dieser beschliesst nun,den Harald, als des Thrones so wie des Lebens gänzlich un-würdig, zu tödten. Aber er hat seinen Köcher vergessen undwill schon dieses für einen Wink des Schicksals, das ihm dieThat verbiete, halten, als er des Pfeiles gewahr wird, den er