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1 (1881)
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DIE LIEDER DER ALTEN EDDA.

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10.Sie quälte michund trieb mich

Einen Hausherrn fand icheine Hausfrau

11. Nimmer Gudrun

so war sie bekümmertund steinhartes Muthes

12. Da sang das Gullraund,Wenig kannst Du, Pflegerin,der jungen Königin

13. Sie verbot einzuhüllensie schwang das Tuchund wendete die Wangen

14.Schau auf den Lieben,Wie Du halsetest

15. Auf schauete Gudrun

sie sah des Fürsten Haardie klaren Augendie Brust (Burg der Seele) desHerrn

16. Da sank Gudrun

der Hauptschmuck löste sich,ein Regentropfen

ohn' Ursache x )mit harten Schlägen,nirgends besser,nirgends schlimmer."

weinen konnte,

über des Helden Tod

bei des Königs Leich.

Giukis Tochter:obgleich Du weise bist,entgegen reden."

des Königs Leich,

ab von Sigurd

vor des Weibes Knie.

leg Du den Mund an seine Wange,den lebendigen König."

einmal,

blutberonnen,

des Fürsten gebrochen,

vom Schwert durchbohrt.

nieder aufs Polster,die Wange röthete sich,rann nieder aufs Knie.

Es sei vergönnt, mit Goethes Worten 2 ) zu schliessen:Be-trachtet man die einzelne frühere Ausbildung der Zeiten, Gegen-den, Ortschaften,, so kommen uns aus der dunkeln Vergangen-heit überall tüchtige und vortreffliche Menschen, tapfere, schöne,gute, in herrlicher Gestalt entgegen. Der Lobgesang derMenschheit, dem die Gottheit so gern zuhören mag, ist niemalsverstummt, und wir selbst fühlen ein göttliches Glück, wennwir die durch alle Zeiten und Gegenden vertheilten harmonischenAusströmungen, bald in einzelnen Stimmen, in einzelnen Chören,bald fugenweise, bald in einem herrlichen Vollgesange ver-nehmen."

Kassel, am 5. November 1811. Gebrüder Grimm.

') Eigentlich: af afbrydi, wörtlich: ex abrupto. N

2 ) Farbenlehre II, 131. [Theil 36, S. 90. Hempelsche Ausgabe.]

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