Druckschrift 
1 (1881)
Seite
168
Einzelbild herunterladen
 

168 NATURPOESIE.

Mimer: nimmer sah ich solchen Hieb als diesen, und was sonst wirdaus dir, du magst nicht nützen zur Arbeit. Nun gieng Sigurd zurStube und setzt sich nieder bei seinem Pilegvater und sagte keinemMenschen, ob er Gutes oder Böses gethan.

HUNDERT UND SECHS UND VIERZIGSTES CAPITEL.

WIE SIGURDUR REIGINN ERSCHLUG.

Nun bedachte Mimer, dass ihm von diesem Knaben viel Unheilvorstände, und wollte dem vorkommen und gieng in den Wald, darinwar ein grosser Wurm, und sagte, dass man ihm einen Gesellen gäbe,welchen er bitte, den Wurm zu erschlagen. Nun gieng Mimer heim,und den andern Tag sagte Mimer zu seinem Pflegesohn, ob er wolltein den Wald fahren und Kohlen brennen. Da sprach Sigurdur: wenndu mir wohl willst, wie du bisher gethan hast, so will ich hinfahrenund will all die Arbeit thun, die du willst. Nun bereitete ihn Mimerzu dieser Fahrt und gab ihm Wein und Speise auf neun Tage, dennso lange sollte er ausbleiben, auch eine Holzaxt, und dann wies erihn nach dem Wald, der ihm am besten däuchte. Da fuhr Sigurdurin den Wald und bereitete es zu um sich her und hieb grosse Stämmeund legte sie in ein grosses Feuer, das er angemacht hatte. Da wardes Tag, und er setzte sich nieder zu seiner Speise und ass all seineSpeise auf und unterliess auch nicht, auch den Wein zu trinken, wo-von Mimer dachte, dass es ihm neun Tage reichen sollte. Da sagteer zu sich selbst: das weiss ich, dass kein Mann gefunden wird, denich jetzt nicht schlage, wenn er zum Streit mit mir kommt, und ichglaube, dass der Kampf mit einem Manne mir nicht schwer würde.Und wie er geredet hatte diese Worte, da kam zu ihm ein grosserLindwurm, und er sprach: nun kann ich bald meine Kraft versuchen,recht wie ich mir wünschte, und lief hin zu dem Feuer und zogheraus den grössten Stamm, der vom Brand glühte, und lief zu demWurm und schlug ihn an sein Haupt und schlug den Wurm niedermit einer Wunde, und er schlug auf ein zweites mal den Wurm andas Haupt, und der Wurm fiel zur Erde, und nun schlug er auf ihnfort und fort, bis dass der Wurm todt war. Da nahm er seine Axtund hieb dem Wurm das Haupt ab und setzte sich dann nieder undwar müde. Und als nun der Tag abnahm, da sah er, dass er nichtheim komme zur Abendzeit, und er wusste nicht, was er emphahenmöge zu essen. Und es kam ihm endlich in den Sinn, den Wurm zusieden und ihn zur Abendmahlzeit zu bereiten, und er nahm seinen