152 NATURPOESIE.
Da gieng Sigurdur zum Reigenn und durchstach ihn und sodannzu seinem Ross, das Grana hiess, ritt zu, his er kam zur Höhle Foff-ners, zog aus das Gold, theilt es in Bündel und legt es auf den Rückendes Grana, nahm den Zaum und wollte es leiten. Und Grana wolltenicht fortgehen, Sigurdur wusste, was es verlangte, da stieg er auf denRücken des Pferds, und Grana lief da, als wäre es ledig, und dasGold, so es trug, war so viel, dass Sigurdur glaubte, dass nicht möchtenmehr tragen drei oder vier Rosse. Daher ist das Gold genannt: Foft-ners Bett und Granes Last.
DREI UND SIEBENZIGSTE FABEL.
VON SIGURDUR.
Sigurdur ritt nun seinen Weg immer fort, bis er kam gen Hin-darfiall, da fand er ein Haus, und schlief eine Frau darin, die hatteHelm und Panzer an. Er nahm das Schwert und schnitt ihr denPanzer ab: da erwachte sie, und hiess sie Hildur, da ward sie genanntBrynhildur J ) und war eine Walkyria. Sigurdur ritt von dannen undkam zu einem König, der wurde genannt Giucke, seine Frau hiessGrymhilldur, ihrer Kinder waren vier: Gunnar, Hogne, Guttornmrund Gudruna, da verweilte Sigurdur lange Zeit. Da gab Grymhilldui'ihm einen Trank, dass er nicht verlangte nach Brynhildur, der hatte,er mit einem Schwur gelobet, sie zu heirathen, und empfieng da Gu-drunar, Giucks Tochter, und Gunnar und Hoger machten die Fahrtmit ihm und Brüderschaft; zunächst fuhr Sigurdur und die Guikingarzum Atla, dem Sohne des Budla, und warben um Brynhildur, seineSchwester, zur Frau des Gunnar, sie sass in Hindarfiall, und war inihrem Saal, der mit unverlöschlichem Feuer umgeben war (Wafurloga),und sie hatte das Gelübde gethan, den Mann allein zu nehmen, welchersich getraute, durch das Feuer zu reiten, da ritten Sigurdur und dieGiukungar, die auch Niflungar genannt werden, zu dem Felsen undwollten durch das Feuer reiten; er hatte das Ross, das Gion (Gote)hiess, und sein Ross getraute nicht durch das Feuer zu laufen, da ver-tauschten Sigurdur und Gunnar ihre Farbe (Angesicht) und ihre Namen.denn Grana wollte unter keinem Manne gehn, als unter Sigurdur. dastieg Sigurdur auf Grana und ritt durch das Feuer und den Abendgieng er zum Brautlauf mit Brynhilde. Und da er ins Bett kam, zoger das Schwert Gram aus der Scheide und legte es zwischen sie, undam Morgen stand er auf, da gab er Brynhillde zum Geschenk einenGoldring, den Loke abgezogen hatte dem Andvara 2 ), und zog ihr einen
l ) D. h. gepanzerte Hildur.3 ) S. Da'mesaga 70.