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schuldigung, dass diese allgemein auf Scandinavien bezogenwerden, da in der Zeit ihrer Entstehung der dialektmässigeUnterschied der nordischen Sprachen noch weit unbedeutenderwar, als er jetzt, und was uns von schwedischen Volksliedernzu Gesicht gekommen, ganz im Geiste dieser dänischen ist.
Man kann diese Lieder in folgenden Eintheilungen über-sehen: Heldenlieder aus der alten Nationaldichtung; Liebes-lieder und Märchen; endlich historische.
Die erstem sind ungleich die wichtigsten. Es sind durchdiese Sammlung noch mehrere Lieder gerettet, welche die Heldender Nationaldichtung besingen und deren Entstehung in diefrühsten Zeiten zurückgeführt werden muss. Zwar wurden sieerst im 17. Jahrhundert gesammelt und in etwas modernisirt,dennoch aber unterscheiden sie sich sehr bestimmt durch einealterthümliche ungelenkere Sprache von den übrigen. Ihr Stilist einfach, etwas herb zu nennen, aber dieser Mangel an zier-licher Anmuth wird durch eine Grossheit ersetzt, die einenpoetischen Sinn nicht leicht unberührt lassen wird. Wunder-bar und tiefsinnig ist ein Lied, wo der junge Held zu demGrabe seines Vaters hingeht und ihn aufweckt aus dem Tod,dass er ihm seine Waffen und Kampf herausreiche; und wo wirddie Anhänglichkeit und Treue eines Thiers rührender erzählt,als in dem Lied, wo Dieterich den Löwen von dem Lindwurmerlöst? 1 ) Ein anderes beschreibt eine Hochzeit, wo noch dieganze Riesenwelt auftritt in ihren ungeheuren Verhältnissen, undnur ein einziger kleiner Christenmann darunter. Der Verrathder Chriemhilde (die wieder diesen Namen führt) ist der Inhaltvon drei Liedern, jedes verschieden, jedes aber in dem Geistejener Poesie, die mit wenigen, aber bedeutenden Zügen, wieein steinernes Bild unvergänglich, aus jener Heldenzeit herüberblickt 2 ). Hier ist es die Insel Huen, auf der Chriemhildens
') Übersetzt in der Zeitung für Einsiedler No. 6. [20. April, 1808. S. 47—48;wiederholt in den Altdänischen Heldenliedern, 1811, S. 13—17].
2 ) Die Beilage III. enthält eine treue Übersetzung dieser merkwürdigenLieder. Das erste stand schon, aber nach Rücksichten verändert und abge-kürzt in der Zeitung für Einsiedler [18. Juni. St. 23. S. 182—184] und er-scheint hier vollständig. Die Vergleichung dieser drei Lieder kann aufs neue