106 NATURPOESIE.
nun ist er kinderlos; Eddgard und Aka, Geschwisterkinder desKönigs, beschuldigt Odilia böser Sitten, und als strebten sieder Königin nach. Ermenrekur nimmt sie nach tapferer Gegen-wehr gefangen und lässt sie aufhängen. Gegen den KönigDieterich, seinen Verwandten, reizt ihn Sifka zum Krieg, dassdieser sein Reich verliert. Wie Ermenrekur todt ist, suchtSifka die Regierung zu erlangen. — Doch wird dieser Ver-räther endlich von Alebrander (einen Sohn des alten Hildebrand)im Kampf getödtet. x )
Der Anhang des Heldenbuchs erzählt nun folgender Ge-stalt 2 ): „Der Berner hat noch drey Brüder, einer hiess Emen-trich. der ander Künig Harlung. der drit der jung Dieterichder erschlagen ward. Zu wissen das keiser Ementrich einmarschalk hat. der hyess der getru Sibiche, der hette gar einschöne frumme Frawen. die het der keiser geren beschlaffen.Das wolt sy jm nit verhengen. do gedachte er den Marschalkhinweg zu schicken, do musste er tzwölf Wochen auss syn.— — Do ward ein böser Fund erdacht mit bösen Weibenndas sy muste synen willen thun über jres hertzen willen. Vndmit grossem Leid, also ward sy gar sehr betrübet biss an jrende. Do nun Sibich jr man her heim kam. do saget jm diefrawe wie die Sach ergangen was. Do sprach Sibich nun bynich allwegen ein getreuer frummer man gewesen und ward mirder Nam geben der getreu Sibich. nun wil ich werden d'vnge-treuwe Sibich. Vnd darnach sprach er tzu synem herren keiserEmentrich. er solte syns Bruder kinden jr landt vnd eynschloss nach den andern abgewinnen, das was das landt indem preüssgawe vnd vmb brisach. wa syn Bruder Harlingehete gelassen tzwen süne. die waren zwen jung starck kunig.do was der getreu Eckart den zweyen künigen zu vogt vnndzuchtmeister geben. Vnd was gesessen auff eyner Bürge nyd-wendig Brisach also schickt der König nach den jungen Har-lingen seines Bruders kind vnd Hess sy hencken." Nun folgt,wie der getreue Eckart mit dem Berner dem Ementrich ins
') Wilkina Saga cap. 378.
a ) Nach der Ausgabe von 1509. Eine Vergleiolmng dieser mit einer an-dern s. 1 et a. aus dem 15. Jahrhundert giebt wenig Abweichungen.