Druckschrift 
1 (1865)
Entstehung
Seite
II
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II

Buchdruckerkunst riss alle Schranken, durch welche dieWissenschaften nur für eine geringe Zahl Auserwählter mo-nopolisirt waren, nieder, weckte den Wissensdrang des gan-zen Geschlechtes und bot die Mittel dieses Streben nachallgemeiner Bildung zu befriedigen. Von Mainz fand dieseKunst bald den Weg nach dem übrigen Deutschland, nachItalien, Frankreich, Holland und England. Gehülfen, die zuMainz in der Werkstätte Guttenberg's undFust's die Buch-druckerkunst gelernt, brachten dieselbe nach Bamberg,Frankfurt, Würzburg, Wien, Köln, Subiako, Rom, Venedig,Paris, Alost, Löwen, Brügge, Utrecht, London u. s. w.

Das heilige Köln war, wie wenige Städte, ein ergiebi-ges, fruchtbares Feld für die neue Kunst. Die blühende,vielbesuchte Universität wie die vielen reichen Stifter undKlöster versprachen einem Buchdrucker, der es übernahm,die für philosophische und theologische Studien am meistengesuchten Schriften durch den Druck zu vervielfältigen,reichen Absatz und lohnenden Gewinn.

Ulrich Zell von Hanau war der Erste, der in Kölneine Druckerpresse errichtete. Er hatte seine Kunst inMainz gelernt und soll erster Setzer und Aufseher in derOffizin von Guttenberg und Fust gewesen sein. Die Köl-hoffsche Chronik, deren Compilator mit Meister Ulrich inpersönlicher Beziehung gestanden, sagt darüber nur:Itemvon Mainz ist die fragliche Kunst zu allererst nach Kölngekommen, darauf nach Strassburg und folgends nach Ve-nedig. Über Ursprung und Fortschritt dieser Kunst hat mirmündlich erzählt der ehrsame Mann Meister Ulrich Zell vonHanau, Buchdrucker zu Köln noch zur Zeit anno 1499, durchden die genannte Kunst nach Köln gekommen ist." ') Indem ersten unter Zell's Namen erschienenen Drucke von1466 nennt er sich selbst clericus dioecesis Moguntinensis,

*) f. 312.