Druckschrift 
Officieller Katalog der Gewerbe-Ausstellung
Entstehung
Seite
LXIII
Einzelbild herunterladen
 

die Blei- und Silberbergwerke bei Ems. Das Elsen wurde bis «um Anfang de»17. Jahrhunderts in Rennhütten direct aus den Erzen als Schmiedeeisen dargestellt.Später erst schlug man den Umweg ein, das Roheisen erst in Hochöfen zu erzeugen.Bis zum jetzigen Jahrhundert war die Entwicklung der Eisen-Industrie eine sehrlangsame. Seitdem ist die Steigerung aber eine sehr grosse gewesen. Nur einTheil der Eisenerze wird in den Flussthälern der Dill, an der Lahn und des Rheinsim Bezirke selbst verhüttet, der grössere Theil wird nach den Hütten der Ruhr undder Lenne und nach Hochdahl verführt. Von besonderer Bedeutung sind die Eisenstein-Gruben in den Kreisen Wetzlar, Altenkirchen und Neuwied. Das EisenhüttenwerkRasselstein bei Neuwied war das erste, welches 1824 nach englischem Muster zumWalzwerkbetrieb eingerichtet wurde, was der Staat mit Geldprämien unterstützte.

Der Regierungs-Bezirk Arnsberg hat in dem früheren Fürstenthum Siegenden wichtigsten Eisenerz-District des ganzen Ausstellungsgebietes. Der Stahlbergbei Musen stand schon 1313 in Betrieb. Die Spatheisensteine desselben sind ihresstarken Eisengehaltes halber berühmt. Die Bergwerke im Siegenschen ertrugenum 1820 jährlich 46 500 Thlr. Der Ertrag stieg 1864 auf 630 032 Thlr.

Weniger reich, aber doch sehr bauwürdig sind die Eisensteingruben im früherenHerzogthum Westfalen, in den Revieren Stadtberge, Olpe und Arnsberg. Zu er-wähnen sind schliesslich noch diejenigen des Kreises Hagen. Reiche Galmei-(Zinkerz-) Gruben sind seit alter Zeit bei Iserlohn im Betriebe, die jetzt von demMärkisch-Westfälischen Bergwerks-Verein bei der Grüne und Iserlohn ausgebeutetwerden. Dieser Bergbau gelangte erst zur Bedeutung, als 1751 eine Gewerkschaftdie Verleihung auf sämmtliche im Amte Iserlohn und Gerichtsbezirke Hemer vor-handenen Galmei-Gruben erhielt. Wichtig sind ferner die Bleiglanzlager der KreiseMeschede, Brilon und Altena. Die bedeutendste Kupferförderung findet bei Stadt-berge im Kreise Brilon statt, ausserdem haben die Reviere Meschede und Olpeansehnliche Kupferförderung.

Die Eisenhütten der Grafschaft Arnsberg werden schon 1348 erwähnt. DasSiegensche Eisen wird seit 1567 in Remscheid, Lüttringhausen und Ronsdorf ver-arbeitet. Die Verhüttung des Eisens ist im Fürstenthum Siegen und in der Graf-schaft Mark ebenso alt wie der Bergbau.

Es ist bezeichnend für die Verbreitung der Eisenhütten vor dem Zeitalter desDampfes, dass die Verhüttung in der Nähe der Fundstätten erfolgte, weil derTransport der Erze schwierig und das Brennmaterial (Holzkohle) meist in der Nähezu beschaffen war. Fehlte es an Waldungen in erreichbarer Nähe, so musstenVerhüttung sowohl wie Bergbau unterbleiben. Die älteren Eisenhütten liegen daherin erz- und waldreichen Orten. Nachdem in der Neuzeit die Holzkohle durch dieSteinkohle verdrängt wurde und die Dampfkraft den billigen Transport auf weiteStrecken ermöglichte, concentrirten sich die Hüttenwerke immer mehr in den Kohlen-becken und ihrer näheren Umgebung.

Nachstehende, nach den Ober-Bergamtsbezirken Dortmund und Bonn aufge-stellte Uebersicht zeigt die Production der Bergwerke und Salinen in den Jahren1867, 1872, 1875 und 1878, die Production der Hütten und die Verarbeitung desRoheisens in den Jahren 1872, 1875 und 1878. Das Ober-Bergamt Dortmund umfasstden rechtsrheinischen Theil des Regierungs-Bezirks Düsseldorf nördlich der Düssel-dorf-Schwelmer Strasse, ferner ganz Westfalen mit Ausnahme des ehemaligen Herzog-tums Westfalen, der Grafschaften Wittgenstein und des Fürstenthums Siegen,endlich auch die beiden Landdrostei-Bezirke Osnabrück und Aurich. Zum Ober-Bergamt Bonn gehören die übrigen Theile von Rheinland und Westfalen und dieRegierungs-Bezirke Wiesbaden und Sigmaringen, sowie Waldeck und Pyrmont.