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Officieller Katalog der Gewerbe-Ausstellung
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Ursprung und Confesslon der Bovölkernny. Die Bevölkerung tst, wennman van 10 000 Wallonen im Kreise Malmedy und von den Juden absieht, reindeutschen Ursprungs. Westfalen ist nördlich des Rothhaargebirges vom nieder-sächsischen Stamme bewohnt, und zwar über das ganze Münsterland bis zumTeutoburger Walde von den Westfalen, den Nachkommen der alten Brukterer,darüber hinaus von den Engern oder Angrivariern. Im Rheinland und in Nassauebenso wie in dem südlich des Rothhaargebirges gelegenen Theile Westfalenswohnen fränkische Stämme, welche sich dem Dialekte nach in ober- und nieder-deutsche Franken scheiden. Erstere wohnen auf dem linken Rheinufer südlichder Ahr und der Hocheifel, als Nachkommen der salischen Pranken. Auf derrechten Rheinseite sprechen die Nachkommen der alten Chatten und Mattiaken imNassauischen den oberdeutschen Dialekt, während die Abkömmlinge der Sigambrer,.eines andern Frankenstammes, im Siegerlande und die ripuarischen Franken,welche die nördliche Hälfte der Rheinprovinz auf beiden Rheinufern einnehmen,den Niederdeutschen zugezählt werden. In der rechtsrheinischen Niederung desDüsseldorfer Bezirks nördlich der Ruhr ist eine starke Vermischung der fränkischenmit sächsichen Elementen unverkennbar. Die Franken haben das ursprünglichceltische und dann romanisirte linke Rheinufer zur Zeit der Völkerwanderungbesiedelt, und seit jener Zeit ist der linksrheinische Theil der heutigen Rhein-provinz mit Ausnahme des kleinen wallonischen Kreises bei Malmedy ein reindeutsches Land.

Der Confession nach ist das linke Rheinufor und das Münsterland ganz über-wiegend katholisch, während auf dem übrigen rechten Rheinufer die Evangelischenvorherrschen. Nach der Zählung von 1871 waren in Westfalen 807000 Evange-lische und 950 000 Katholische, in der Rheinprovinz 2 628 000 Katholische und909 000 Evangelische, im Regierungs-Bezirk Wiesbaden 368 000 Evangelische und245 000 Katholische. An Juden hatte damals Westfalen 17 000, Rheinland38 000 und der Regierungs-Bezirk Wiesbaden 18 000 (davon 10 000 in Frankfurtam Main).

2. Landwirthscliaft.

Für die Besiedelung und die ländlichen Verhältnisse ist es bezeichnend, dassin der westfälischen und niederrheinischen Ebene die Einzelhöfe überwiegen,während im Gebirgslande die Feldmark von geschlossenen Ortschaften aus be-wirthschaftet wird. Auch in Münsterland und am Niederrhein gibt es Dörfer,aber es überwiegen, abgesehen von den industriellen Gegenden, die in sich arron-dirten Bauerngüter. Die Grenze der Verbreitung der Einzelhöfe läuft von derWeser über Rinteln, Lemgo, Lippspringe zur Lippe, begleitet diese bis Hammund wendet sich dann südlich über Camen, Plettenberg, Attendorn und Olpe,dann westlicher über Drolsliagen nach Siegburg und Mülheim am Rhein. Letzterenüberschreitet sie bei Neuss und zieht sich über Erkelenz und Heinsberg zurMaas. In der Umgegend von Aachen zwischen Herzogenrath und Eupen kommensie gleichfalls vor. Das Verbreitungsgebiet der Einzelhöfe umfasst somit einbeträchtliches Stück des Gebirgslandes.

Die Zahl der spannfähigen Nahrungen hat sich in Westfalen von 1816 bis1859 kaum vermindert. Sie betrug:

1815: 35 927 mit 3 629 573 Morgen und1859: 35915 3 990450

Der durchschnittliche Flächen-Inhalt einer spannfähigen Nahrung war1816: 101 und 1859: 111 Morgen.

Ausserdem waren 1859 in Westfalen vorhanden 95 569 nicht spannfähigeKleinstellen mit 1186 994 Morgen. Eine Vergleichszahl eiistirt hierfür aus demJahre 1816 nicht