XXIX
Die Bereitwilligkeit, mit welcher diese Beiträge zum Fonds I bewilligtwurden, wird mit vielem Dank anerkannt. Auf Grund desselben war es nichtschwer, einen zweiten Fonds durch Vermittelung von Privaten zu sichern.Es wurden Garantiescheine ä 5000, 1000, 500 und 300 JL ausgegeben,deren Abnehmer sich verpflichteten, nach etwaiger Aufzehrung des Fonds Iverhältnissmässige Beiträge zur Aufbringung eines weiteren Deficits zu zahlen.Dieser Fonds H war ursprünglich auf 300 000 JL veranschlagt worden, stiegjedoch in Düsseldorf allein in kurzer Zeit auf 328 000 JL und erreichteallmählich die Höhe von 391 700 JL Der Eifer, welcher bei dieser Gelegen-heit bewiesen wurde, durfte als ein günstiges Symptom der öffentlichenMeinung begrüsst werden. Eine weitere wesentliche Aufgabe in finanziellerBeziehung war die Veranstaltung einer Lotterie. Diese wurde ursprünglichauf 250 000 Loose 'ä 1 JL festgesetzt, später jedoch auf 300 000 Looseerhöht und in diesem Umfange vom Ministerium genehmigt. Den General-vertrieb der Loose übernahm Herr B. Magnus aus Hannover. 1 )
Eine wichtige Vorfrage hatte demnächst die neben den fünf Ausschüssengewählte Terrain-Commission 2 ) zu erledigen. Unter den drei ihr angebotenenTerrains entschied sich die Commission für das Grundstück des ZoologischenGartens, welches laut Vertrag vom 27. März 1879 für die Dauer derAusstellung den Zwecken derselben gegen eine entsprechende Pachtsumme(nach den letzten Abmachungen 59 750 JL) zur Verfügung gestellt wurde.
Die Betreibung der Bau-Angelegenheiten fiel in das Ressort des Aus-schusses HI, welcher seine Thätigkeit mit der Ausschreibung einer Preis-concurrenz begann. Zwei Preise von 2500 und 1000 JL wurden für diebeiden besten bis zum 15. Mai 1879 eingereichten Projecte eines Aus-stellungsgebäudes festgesetzt und eine Anzahl namhafter Architekten zurBewerbung eingeladen. Unter den 13 eingegangenen Arbeiten ertheilte die fürdiese Angelegenheit eingesetzte Jury dem Entwurf der Herren Boldt & Fringsin Düsseldorf mit dem Motto: „Stadt-Wappen" den ersten, demjenigen desHerrn Professor Eweroeck in Aachen mit dem Motto: „Pappe, Rohglas etc.*den zweiten Preis.
Der erstere Entwurf wurde mit einigen Modificationen dem Bau zuGrunde gelegt und die Ausführung desselben 3 ) den beiden Firmen Boldt <& Fringsund Holzapfel & Saal gegen die Summe von 405 000 JL übertragen. Fürdie Ueb erwachung der baulichen Angelegenheiten wurde Herr Architekt DücTcerengagirt, der bereits bei der Einrichtung des Hannoverschen sowie des BerlinerAusstellungsgebäudes in hervorragender "Weise thätig gewesen war.
Die erheblichste Arbeit war von vornherein dem Ausschuss H vorbe-halten. Die Bildung der Gruppen, der Verkehr mit den Ausstellern und die
1) Siebe die Verloosungs-Bestimmungen Seit e XLIV.
2) Siehe Seite XXXVII.
3) Näheres über die Ausstellungs-Bauten siehe Seite XLY„