594 EINLEITUNG ZUR VORLESUNG ÜBER HARTMANNS EREK.
setzt ihm nach und stösst ihn mit- umgekehrtem Speer, dasser wie ein Sack vom Pferd fällt. Erek entführt das Ross, daläuft Kai ihm nach und muss, wie ungern er daran geht, seinenNamen sagen; denn sonst erhält er das Ross nicht zurück. Da-gegen nennt sich Erek nicht. (4630—4831.)
Kai reitet zu Artus zurück und erzählt sein Abenteuer; erweiss es glimpflich darzustellen, drückt aber die Vermuthungaus, dass er es möge mit Erek zu thun gehabt haben. Artussendet Gawein an ihn ab, der ihn einladen soll: doch Ereklehnt die Einladung ab. Aber Artus schlägt seine Zelte aufdem Wege auf, so dass Erek auf ihn stossen muss. Er undEnite werden ehrenvoll empfangen und seine Wunden mit demkräftigen Pflaster, das die Schwester des Königs Artus, Fämur-gän, hinterlassen hat, schnell geheilt. (4832—5269.)
Am anderen Morgen zieht er mit Enite weiter. Er hörtauf seinem Weg ein jammervolles Geschrei und findet eine Frauin Verzweiflung, der zwei Riesen den Mann entführt haben.Erek lässt Enite zurück, eilt den Riesen nach und besiegtbeide; dann bringt er den Mann, der Sadoch von Bafriol [beiHaupt 2 Cadoc von Cafriol] ist, zu seiner jammernden Frau zu-rück und weist beide zu Artus. (5270—5708.)
Als Erek bei Enite wieder eintrifft, ist er durch die imKampf empfangenen Wunden und das vergossene Blut so ent-kräftet, dass er wie todt vom Pferd herabfällt. Enite jammertund klagt, zieht dann Ereks Schwert und will es sich eben indie Brust stossen, als der Graf Oringles von Limors mit seinemGefolge herankommt. Er entreisst ihr das Schwert und wirftes weg. Erstaunt über die Schönheit der Frau, beräth er sichmit seinen Rittern und fasst mit ihrer Beistimmung den Ent-schluss, sie zu seiner Gemahlin zu nehmen. Sie weist zwarseinen Antrag zurück, er hofft aber noch ihren Sinn zu ändern.Erek wird als ein Todter auf eine Bahre gelegt und nach Li-mors gebracht, wohin Enite folgt. Der Graf beruft sogleichdie Geistlichkeit, die ihn mit der Frau vermählen soll. Enitewill die Leiche Ereks nicht verlassen. Oringles nöthigt sie zueinem Gastmahl zu kommen, aber sie weigert sich etwas zu