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4 (1887)
Seite
592
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592 EINLEITUNG ZUR VORLESUNG ÜBER HARTMANNS EREK.

gesondert sitzt. Erek erwidert, das sei so sein Wille, erlaubtihm aber sich neben sie zu setzen. Der Graf tadelt die harteBehandlung, die sie erfahren muss, und trägt ihr an seine Ge-mahlin zu werden. Sie weist seine Anträge zurück und sao-tihm, sie dulde mit Recht. Da droht er mit Gewalt, und jetztstellt sie sich listig an, als sei sie bereit, seinen Vorschlag an-zunehmen, den sie vorher nicht als ernstlich gemeint betrachtethabe. Sie sagt ihm, er möge morgen frühe kommen, in derNacht wolle sie dem Erek sein Schwert stehlen. Dann heisstsie ihn weggehen. (34713946.)

Erek lässt in dem Schlafgemach ihre Betten sondern. Enitebedenkt, dass er ihr schon zweimal die Übertretung seines Ver-botes verziehen habe (nur die Strafe hatte er ihr aufgelegt, diePferde zu führen), handle sie zum dritten Mal dawider, so seies ihr Tod. Sie will aber lieber sterben, als ihn in die Gefahrbringen. Sie steht auf, kniet vor seinem Bett und entdecktihm alles. Erek erhebt sich sogleich, lässt die Rosse satteln,lohnt den Wirth mit den sieben erbeuteten Pferden und reitetin der Nacht fort. (39474026.)

Der lüsterne Graf macht sich frühmorgens auf und. kommtmit neunzehn Gesellen in die Herberge. Erek ist schon fort,und der Wirth weiss nicht, wohin er gezogen ist. Aber derTag bricht an; sie bemerken die Spur und reiten ihm nach.Erek ist bereits drei Meilen weit geritten: er macht der FrauVorwürfe, dass sie ihn abermals gewarnt hat. Sie entschuldigtsich damit, dass er sonst umgekommen wäre, und versprichtsich zu hüten. Aber jetzt vernimmt sie das Geräusch der Ver-folgenden; er, der in der Eisenrüstung steckt, hört es nicht.Gleich warnt sie ihn wieder, und kaum ist sie mit ihren Wor-ten zu Ende, so reitet schon der Graf den Erek an und machtihm Vorwürfe, dass er eine vornehme Frau entführe. Sie kämpfenmit einander, und Erek versetzt dem Grafen einen Stich indie Seite. Des Grafen Begleiter fallen über Erek her, aberer tödtet sechse, und die übrigen entfliehen. (40274230.)

Erek reitet weiter und bittet Gott, dass er ihn vor demLandvolk errette, das, wenn es den Tod seines Herrn erfahre,über ihn herfallen werde. Doch die Furcht war ungegründet;