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4 (1887)
Seite
587
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EINLEITUNG ZUR VORLESUNG ÜBER HARTMANNS' EREK. 587

sich ein furchtbares Ungewitter; der König Ascalon von Bre-ziljan kommt herangeritten, und der, welcher das Wasser aus-gegossen hat, muss mit ihm kämpfen. Iwein hört an Artus'Hof von diesem Abenteuer erzählen und entfernt sich heim-lich, um es zu bestehen. Er tödtet den König Ascalon in demKampf, kommt dann auf sein Schloss, wo die Wittwe Laudinesich schnell entschliesst mit dem Sieger sich zu vermählen.Gawein, sein Genoss, ein Nefi'e des Königs Artus, mahnt ihnnachher an ein ritterliches Leben, und Iwein nimmt auf einganzes Jahr Abschied von Laudine, die ihm einen Goldring aufdie Treue gibt. Iwein ergibt sich mit Gawein einem ritter-lichen Leben, vergisst die bestimmte Frist, und als Lunete, dasHoffräulein der Laudine, kommt, ihn daran erinnert und ihmden Ring abzieht, verliert Iwein aus Scham und Reue denVerstand. Er läuft als ein Thor in das Feld und verwildertnach und nach ganz. Durch eine Zaubersalbe, womit ihn dreiFrauen, als er im Schlafe liegt, bestreichen, wird er geheilt.Er besteht jetzt mancherlei Abenteuer. Ein Löwe, dem er imKampf mit einem Drachen beisteht, folgt ihm mit Treue undleistet ihm in anderen Gefahren Hülfe. Zuletzt kommt ihmseine Frau wieder in die Gedanken; er geht zu dem Brunnenin Breziljan und versöhnt sich mit ihr.

Auch bei dem Erek war, wie bei Iwein, ein altfranzösi-sches Gedicht die Quelle Hartmanns. Ein solches ist auch vondemselben Chretien von Troyes vorhanden. Haupt besitzt einenTheil desselben in Abschrift und will es ganz herausgeben, wieauch von einer bevorstehenden Ausgabe in Frankreich die Redeist. Ein prosaischer Auszug in der bibliotheque des romans,fevrier 1777 p. 49 86, ist ganz dürftig und ungenügend; da-gegen hat San Marte (Albert Schulz) in seinem Buch über dieArthursage (Quedlinburg 1842) S. 299320, indem er benutzte,was die histoire literaire de la France XV, Haupt in der Vor-rede und Lady Guest in dem dritten Theil der Mabinogion(1840) aus altfranzösischen Handschriften mittheilen, eine brauch-bare Übersicht von Chretiens Werk geliefert. Haupt wird dannauch das Verhältnis Hartmanns zu diesem Gedicht auseinander-setzen: so viel aber wissen wir aus dem, was bekannt ist, mit