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4 (1887)
Seite
443
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DIE SAGE VON POLYPHEM. 443

ins Meer. Die Riesen laufen herbei und werfen mit lautemGeschrei ungeheuere Steine auf sie. Die meisten werden ge-tödtet; nur Sindbad mit zwei anderen entkommt. Ihr Flosswird die ganze Nacht hin- und hergetrieben, bis sie der Windan einen Strand wirft und sie gerettet sind.

5. Ein hierhergehöriges serbisches Märchen befindet sichin der Sammlung von Wuk Stephanowitsch KaradschitschNo. 38 (deutsche Übersetzung S. 222225).

Ein Priester und sein Schüler gehen durch ein grosses HWaldgebirg und werden von der Nacht ereilt. Sie erblickenin der Ferne ein Feuer, gehen darauf zu und gelangen zu derHöhle eines Riesen, der nur ein Auge auf der Stirne hat. DerEingang ist mit einer Steinplatte verschlossen, so gross, dasshundert Menschen sie nicht hätten wegräumen können. DerRiese hebt sie weg, lässt die Fremdlinge ein und wälzt denStein wieder vor die Öffnung. Darauf schürt er ein grossesFeuer an, an welchem sich die Beiden wärmen. Der Riese be-fühlt sie am Nacken, und als er den Geistlichen fleischigerfindet, steckt er diesen an einen Spiess und lässt ihn am Feuerbraten. Der Knabe sieht das voll Kummer an, aber es ist un-möglich zu entfliehen. Dann setzt sich der Riese nieder, denGeistlichen zu verzehren, und lädt den Knaben ein, daranTheil zu nehmen. Dieser gibt vor, keinen Hunger zu empfinden,aber der Riese zwingt ihn zu essen. Der Knabe steckt einenBissen in den Mund, speit ihn aber seitwärts wieder aus. »Iss,«spricht der Riese, »morgen werde ich dich verzehren«.

Nachdem der Riese gesättigt ist, legt er sich ans Feuer,und der Knabe fängt an, ein kleines Stück Holz zuzuspitzen.»Wozu spitzest du dieses Holz?« fragt der Riese. »Wenn ichniiissig bei den Schafen sitze«, antwortet der Knabe, »bin ichgewohnt, so zu schnitzeln«. Der Riese schliesst sein Auge undentschläft; da stösst der Knabe das zugespitzte Holz ihm indas Auge und macht ihn blind. Wüthend springt das Unge-heuer auf und schreit: »Du hast mir das eine Auge genommen,da ich nicht so klug war, dir beide zu nehmen, aber du sollstmir nicht entrinnen«. Er greift nach der Öffnung der Höhle,und da er sie verschlossen findet, tappt er hin und her, um