DIE MYTHISCHE BEDEUTUNG DES WOLFES. 411
wer wsere der kristenman der von wolven wa?re geborn?ich bin ein werder ritter; daz wil ich Mute bejagen.
(4718. 4719 H. und Ö.)In dem alten Druck von 1509:
welher ritter riche ist von wolven geborn?
min name ist verfielet.Wahrscheinlich will er damit die Abstammung von einem Wöl-fmg zurückweisen. In Hagens Handschrift lautet die Stelle:
waz sagestu hie von wolven die da loufent ze holz?ich bin von alten Trqjen ein ritter also stolz. Str. 635.
Ähnlich fragt in dem Hildebrandslied (Str. 14. 15) der Vater
den Sohn:
bistü ein Wülfinc vil lihte,so möhtestü wol genesen.
Der Sohn antwortet:
Wülfinge daz sint wolve,die loufent in dem holz.
Auch der Verkehr mit den geisterhaften Wesen ist nicht unter-drückt. Die Meerkönigin des ersten Gedichts heisst hier dierauhe Else. Sie herrscht nicht wie jene in der Tiefe des Meers,aber sie besitzt ein Königreich, die alte Troje, und verstehtZauberkünste. Sie versenkt ihn in Schlaf und schneidet ihmNägel und Haar ab, dass er wie ein Thor im Walde umher-lauft. Aber Gott sendet einen Engel, der ihr mit dem Todedroht, wenn sie den Helden noch länger in diesem Zustandelasse. Jetzt sucht sie ihn auf und löst den Zauber; aber erbleibt schwarz am Leibe. Sie bietet ihm ihre Minne an; erverschmäht sie, da sie eine Heidin ist und mit einer rauhenHaut bedeckt. Sie führt ihn über Meer nach der alten Troje. 212Dort badet sie sich in einem verjüngenden Brunnen, der halbkalt, halb warm ist, wirft die rauhe Haut ab und ist das schönsteWeib. Auf ihr Geheiss steigt er gleichfalls in das Wasser undkommt in seiner jugendlichen Gestalt wieder heraus. In derTaufe erhält sie den Namen Sigeminne, und er vermählt sichmit ihr. Auf römische Sage deutet das schicksalverkündendeBuch der alten Sibylla, das die heidnische Zauberin Marpaliebesitzt.