Druckschrift 
4 (1887)
Seite
399
Einzelbild herunterladen
 

ÜBER EINE THIERFABEL DES BABRIUS. 399

hernden Rosse ähnlich; stolz schmückt er seinen Leib und suchteine Ehegenossin. Als Ehemann gleicht er dem arbeitsamenEsel, der einen Sattel trägt. Ist er Vater geworden, so zeigter sich kühn und aufdringlich wie ein Hund, um Nahrung fürsein Haus herbeizuschleppen. Im Alter aber gleicht er demAffen.« Diese Stelle wird mitgetheilt von Julius Landsbergerin den Vorbemerkungen zu den Fabeln des Sophos ö. LVIII.LIX. Zugleich wird die Vermutlmng geäussert, dass darin dieQuelle der griechischen Fabel zu suchen sei. Ein Zusammen-hang ist nicht abzuweisen, da Pferd und Hund hier in ähn-licher Beziehung auftreten. Daneben aber erscheinen auch Eselund Affe, die zwar in dem deutschen Märchen, in dem rabbi-nischen und französischen Gedicht, aber nicht bei Babrius vor-kommen. Die griechische und althebräische Auffassung sinddaher von einander unabhängig, und das hohe Alter der nochlebendigen Überlieferung ist damit gesichert.

Wilhelm Grimm.