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4 (1887)
Seite
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384 THIERFABELN BEI DEN MEISTERSÄNGERN.

daraus ziehen. So wie ich das glänzende Holz erblicke, so be-gebe ich mich auf die Flucht.« »O lieber Sohn,« spricht derVater, »du bist an grosse Gefahr gewöhnt: wenn dir solcheLeute nachstellen, so musst du dich hüten.« Hierauf fragt derVater den Dritten: »wo bist du im Sturmwind geblieben?«»Ich ward in den Lustgarten des Pfarrers geworfen. Ich dachte,das wäre ein Gottesmann und würde sich meiner annehmen:aber er gieng in Gedanken darin auf und ab und hörte nichtauf mich. In der Noth verzehrte ich eine Raupe, die zu mirkroch, und suchte noch andere auf. Damit nährte ich mich,bis die Erbsen reif wurden, Maulbeeren und Kirschen, und sohabe ich in guter Ruhe meine Nahrung gehabt.« »Dich hatder Wind wohl geführt, aber hüte dich vor den grünen Stangen,die oben ein Löchlein haben und in der Hand der jungen17 Knaben sind (er meint ein Blasrohr), auch vor dem Meisen-kasten und Pechruthen.« »Aber wie dann, wenn die Stangegeschwärzt ist und vor das Loch ein Blättlein geklebt (so dassman sie nicht erkennt)? Für das Kästlein hat man Drahtgitter(Vogelbauer, die man nicht bemerkt), und das Pech schmiertman an die Zweiglein (auf die wir uns setzen): wer sich nichtvorsieht, wird gefangen.« »Du bist klug,« sagt der Alte, »aberdes Pfarrers Knaben sind listig, sieh zu, dass sie dich nichterwischen. Statt über den Büchern zu sitzen, stellen sie lieberden Vögeln nach und fangen Fische. Der Wolf frisst auchdie klugen Hunde, und so listig die Füchse sind, am Endekommen doch ihre Pelze in der Beize bei dem Kürschner zu-sammen.« Endlich wendet sich der Vater zu dem Jüngsten:»Wo bist du geblieben, Nestküchlein?« »Ich als der Jüngsteund Schwächste konnte mich nicht erheben und im Wind da-vonfliegen: ich stürzte in die Kirche hinab und blieb auf demDach der Kanzel sitzen. Als der Pfarrer die Predigt hielt, dahörte ich, dass wir nicht kleingläubig sein und unsere SorgenGott anbefehlen sollen, der alle Creaturen erhält: so geringman die Sperlinge auf den Hausdächern achte, so solle dochohne seinen Willen keiner herabfallen, und die Raben sollenSpeise von ihm erhalten. Ich ward getröstet und dachte: 'washast du nun für Noth'. Da kam eine Spinne daher gekrochen;