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4 (1887)
Seite
351
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AT.BANESISCHE MÄRCHEN. 351

auf eine seltsame Weise wird ihnen ein Knabe zu Theil, deraber nicht grösser ist als eine Nuss. Sie pflegen ihn, kleidenihn wohl, aber im fünfzehnten Jahre ist er noch eben so klein.Eines Tages schicken sie ihn mit den Ochsen hinaus, den Ackerzu pflügen. Er springt auf die Spitze des Pflugs und lenktvon da die Thiere. Drei Räuber kommen vorbei, und da sieden Kleinen nicht sehen, so wollen sie die Ochsen wegführenund fangen an sie von dem Joch los zu machen. Der Kleineschlägt ihnen mit der Treibstange auf die Hände: sie er-blicken ihn und nehmen ihn mit sich. Sie haben die Ab-sicht, dem Priester die Ochsen wegzunehmen. Der Kleineschlüpft durch die Thürritze, öffnet von innen und zieht dieOchsen heraus. Dann wird er ein Räuber, der Seinesgleichennicht hat, heisst Räuber Nuss und wird von jedermann ge-fürchtet, bis er endlich ertrinkt. Das deutsche Märchen vomDaumesdick (Hausm. No. 37) ist reichhaltiger und der Schluss,wonach er zu seinen Eltern zurückkehrt, angemessener. DieErzählung aus der Bukowina (oben S. 48), wo der Kleine einTeufel, der faustgross aus einer Maus hervorspringt, nähertsich mehr dem deutschen.

Hr v. Hahn hat auch, wie er mir mittheilt, an hundertneugriechische Märchen gesammelt, die manches Neue undWichtige enthalten werden. Möge er mit der Bekanntmachungnicht zu lange zögern.

Wilhelm Grimm.