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4 (1887)
Seite
316
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31(3 ZUR GESCHICHTE DES REIMS.

Michel im ersten Band seiner Ausgabe bekannt gemacht hat,ist die Wiederholung derselben Wörter mit gleicher Bedeutungim unerlaubten rührenden Reim am weitesten getrieben, la ouestoit: la ou estoit S. 49. n'est pas mervelle : n'est pas mervelle90. ensenble o lui: ensenble o lui 92. que demorer : que demorer103, eine Roheit, die sich kein deutscher Dichter erlaubt hat.Feinere Bildung lässt sich erkennen in dem von Im. Bekkerbekannt gemachten Flore und Blanceflore: ich habe keinenrührenden Reim darin entdeckt, den man unerlaubt nennen697 könnte, und führe nur an erres vous: uees vous 1523. morte177 est: voirs est 685. ele demende combien a : qu'ele recut cou dontmal a 155. mors estoit: encainte estoit 99. Bei dem Doppel-reim ist Regelmässigkeit la nouele :1a pucele 334. en son estage:en son corage 2705, et hairons : et paons 3185. Auch hierzwei Reimpaare mit gleichem Reim 725. 2409. 3027; einmalwird das eine Reimwort wiederholt, Rome .-hörne, some:Rome 443.

Diese Form nicht strophischer Gedichte tritt in deutschenGedichten, soweit wir zurücksehen können, mit ihren unge-bildeten Anfängen im Beginn des elften Jahrhunderts hervor:in Frankreich erscheint sie, wenn nicht ältere Denkmäler anden Tag kommen, erst in der zweiten Hälfte des zwölften und,wie schon bemerkt, gleich in der fertigen Gestalt, zu welcherdie deutschen Dichter eben in dieser Zeit gelangt waren. Beidem rührenden Reim fehlt Einsicht in die natürlichen Gesetze,und er ist oberflächlich behandelt. Eine Einwirkung romanischerauf deutsche Kunst hat Wackernagel in seinen schönen Ab-bandlungen zu den altfranzösischen Liedern dargethan, wennman ihm auch nicht in allen Beziehungen folgen kann. Abereine solche Berührung beider Völker wird doch nicht bloss nacheiner Seite Wirkungen gehabt haben, und wenn auch die Fran-zosen allzeit weniger Empfänglichkeit für die eigentümlicheBildung anderer, auch angrenzender Völker gezeigt haben, somuss man doch an die Möglichkeit denken, dass diese Form,die sich dem Bedürfnis durch Einfachheit und leichte Anwen-dung empfiehlt, von Deutschland aus nach Frankreich gelangtsei. Arras und Troyes sind nicht weit von der Grenze entfernt,