298 ZÜR GESCHICHTE DES REIMS.
diesen Beispielen unberücksichtigt gelassen: sie werden zwarvon Hincmar dem Ambrosius beigelegt; da dies aber auch mitanderen, gewiss unechten geschieht, so ist sein Zeugnis nichtvon grossem Gewicht. Ich bezweifle ihre Echtheit und halte siefür später, weil der Reim darin schon vorgerückt ist. Er fehlthier kaum in einer Zeile und ist nur einige Male ungenau,intulit.-munere IX. paraclito: secnlum IX. somnolentiam : obruatX. luminis : dies X. Sonst zwei regelmässige Reimpaare, wieconcinat: ambiat: sequentium : exordium IX. supplices : amputes:canentium : perpetuum IX. trinitas : unitas. igneus : cordibus XLcarmine : vespere, gloria : saecula XL Auch einmal vier gleicheReime, artubus : surgimus : canentibus : deposcimus IX; einenrührenden habe ich nicht bemerkt. Die Sammlung von Hymnen,die den Namen des Ambrosius trägt und höchst wahrschein-lich noch echte, ihm zugehörige enthält, besteht aus Kirchen-gesängen, die in gleichem Geist wie in gleicher Form vonmehreren sind gedichtet worden. Schon in dem neunten Jahr-hundert ward ein ansehnlicher Theil davon ins Deutsche wört-lich übersetzt; ich bediene mich der Ausgabe von Georg Fa-bricius (Basel 1554) und von Jacob Grimm (Göttingen 1830).Für die jüngsten darunter halte ich diejenigen, in welchen derReim und wiederum der genaue am häufigsten sich zeigt, derohne Zweifel allmählich und gradweise vorgeschritten ist: dahingehören in der Göttinger Sammlung II. VI. XIX. XXI. XXIII.Im Ganzen erscheinen dieselben Verschiedenheiten und Ab-stufungen des Reims, die ich bei den anerkannten Hymnen des682 Ambrosius nachgewiesen habe. Ich enthalte mich also weiterer162 Beispiele; nur das scheint mir merkenswerth, dass unter denvieren, die in keiner als in der neueren Sammlung sich befinden,drei sind (IL XIV. XVII.) , in welchen die meisten reimlosenStrophen vorkommen: diese nämlich könnten zu den ältestengehören, vielleicht noch vor Ambrosius gedichtet sein. Dagegenrechne ich einen Hymnus (XIX) zu den jüngeren, wo auf-fallend oft die vier gleichen Reime angewendet sind, rutilat:intonat. iubilat: ululat 1. gemitibus: doloribus: dominus: angelus 4.apostoli : domini: crudeli: impii 5. angelus : mulieribus : dominus :