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4 (1887)
Seite
291
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ZUR GESCHICHTE DES REIMS. 291

der alten Disticha Catonis in einer Handschrift zu Stuttgart, derVerfasser nennt sich Martinus. Pfeiffer.*) Zarncke 185. 186.*: dieReime sind ohne Ausnahme zweisilbig und rein. Ferner dieInschriften in der Basilica zu Hersfeld, die man in den WerkenHrabans 6, 234 findet, und die Siegelinschriften italienischerStädte, die Fr. Böhmer in Mones Anzeiger 1839, S. 259 f. be-kannt gemacht hat.

Betrachtet man die abermals gesteigerten Künsteleien inzwei Gedichten von der Zerstörung Trojas (am vollständigstenbei Meril S. 309. 400), so ist man geneigt, sie in das Ende desdreizehnten Jahrhunderts zu setzen. Ihre Eigenthümlichkeitbesteht darin, dass die Reime nicht bloss durchaus zweisilbigund durchaus genau sind, sondern dass auch ohne Ausnahme der-selbe Reim in jedem Distichon durchgeführt, ja in dem erstenGedicht ein Paar Mal in zwei auf einander folgenden Distichenwiederholt wird, z. B.

S. 312 urbsque beata satis, urbs primae nobilitatis,dives honoratis dantibus absque datis.regna beata satis donec nocuere beatispraedo voluptatis et mala rapta ratis.

Noch überboten werden diese Schwierigkeiten durch weitereAnhäufungen des Reims in dem Prolog, den ich deshalb her-setzen muss.

S. 309 Pergama flere volo, fato Danais data solo:

solo capta dolo: capta, redacta solo,exitiale sona, quae prima tenes Helicona,

et metra me dona promere posse bona,est Paris absque pare; quaerit, videt, audet amare;

audet temptare furta, pericla, mare.

Zu dem Archipoeta bemerke ich fidum : qui, dum S. 403, hierder einzige Reim dieser Art. Einzelne in dieser Weise ge-reimte Distichen, darunter die Inschrift auf einer Glocke, weistMeril S. 210 nach, andere Künsteleien Schlich S. 72—81. Ichkann hier die Betrachtung des leoninischen Reims schliessen,der in den folgenden Jahrhunderten fortdauerte, ohne eine neueSeite zu zeigen.

*) [S. unten Pfeiffers Brief.]

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