NOCHMALS ÜBER FREIDANK. H 9
NOCHMALS ÜBER FREIDANK. 23«
Zeitschrift für deutsches Alterthum. Herausgegeben von Moriz Haupt.Elfter Band. Berlin, Weidmannsche Buchhandlung. 1859. 8°. S. 238—243.
Wo ich nicht irre, hat Müllenhoff gelegentlich bemerkt,Freidank sei bürgerlichen Standes gewesen. Ich weiss nicht,worauf sich diese. Behauptung stützt: in dem Gedicht selbstkann ich keine Hindeutimg darauf entdecken. Die Benennungher und meister schwankt und kann nicht entscheiden, wie ichschon (Zweiter Nachtrag S. 5 [= oben S. 100]) gezeigt habe. EinFreidank kommt in früherer Zeit nicht vor, und der Dichter gabsich seiner Gesinnung wegen und weil er unbekannt bleibenwollte diesen Namen: seinen ursprünglichen, den er natürlichnicht ablegte, kennen wir nicht, auf diesen aber kommt es hieran. Erst gegen das Ende des Jahrhunderts bewirkte das An-sehen zu dem das Gedicht allmählich gelangte, dass Freidank alsEigenname eingeführt ward und zwar bei Adlichen sowohl alsNichtadlichen. J. V. Zingerle (Die Personennamen Tirols imMittelalter) weist nach Freidank von Stegen (1295), FreidankStuck (1316), Freidank von Vals (1336), Freidank von Auchhofen(1358), Freidank Gössl (1454). Andere Nachweisungen ausdem 14. Jahrhundert habe ich in der Einleitung S. XLI gegeben.In das Ende des 13. Jahrhunderts fällt auch Bernhart FreidanksEntstellung des alten Gedichts. Auch dieser, den Helblingallein kennt, war wohl ein Tiroler. Schon an sich ist unwahr-scheinlich dass dem bedeutungsvollen Namen des alten Dichtersnoch ein gewöhnlicher hinzugefügt worden, allein auch die,welche ihm näher standen, Rudolf von Ems, Raumeland, derTanhauser, wissen davon nichts, und sein Verehrer, Hugo vonTrimberg, der ihn so oft nennt, würde nicht versäumt haben,den vollständigen Namen vorzubringen.
Ich kann ein ähnliches Verhältnis nachweisen. Der Ver-fasser einiger Lehrgedichte, wovon das erste daz alte swert