ÜBER FREIDANK. 31
so si westen üf einen eine tat.
daz selbe nü gar vaste ab gät,
daz si die wärheit niemer sagen:
des fürht ieglich sins kopfs ab slagen.
V.
Zu den Sp rieh Wörtern, die andere unserem Freidank bei-legen, aber in dem Text der Bescheidenheit, den wir kennen,sich nicht finden, und die ich S. 182 gesammelt habe, will icheinige Nachträge liefern. In Rudolfs Wilhelm von Orlenskommt (Cassel. Handschr. 9166—9180) folgende Stelle vor:
der edel wise wigant
was sines heiles also fro
daz ime was geschehen so
daz er die wege niht wol besach.
ime geschach als einer sprach,
der sich verstuont des besten wol,
»nieman sich sines liebes sol
ze sere fröun in sinem muot:
ouch istz dem manne niht guot
daz er [sin] unsaslekeit so [sere] klage
daz er an freuden gar verzage.
durch liep durch leit sol niemen sich
vergähen; daz ist wislich.
est war, so ie gaeher,
so ie gar unnasher.«
Ich finde in diesen Sprüchen Freidanks Geist und Ausdruck(man vergleiche zu dem letzten Spruch 32, 19. 20) und glaube,dass sie aus der Bescheidenheit genommen sind; passend be-zeichnet ihn der Ausdruck der sich verstuont des besten wol.In den von Ettmüller herausgegebenen sechs Briefen heisstes Z. 29 f. nach Haupts Herstellung (Zeitschrift 4, S. 398):
swer äne sinne minnet, 355
wie selten der gewinnet 27
keine wünnecliche zit!wan her Fridanc der kwit»ein man der rehte minne hat,wie dicke er von den liuten gät!er trüret zallen stundenund klaget sine wunden,