FREIDANKS GRABMAL.
Zeitschrift für deutsches Alterthum. Herausgegeben von Moriz Haupt.Erster Band. Leipzig, Weidmannsche Buchhandlung. 1841. 8°. S. 30—33.
Auf der königl. Bibliothek zu München wird ein hand-.soschriftliches Werk des bekannten Hartmann Schedel aus Nürn-berg (Cod. lat. 716) unter dem Titel »Opus de antiquitatibus«aufbewahrt, worin er von seinem Aufenthalt in Italien 1 ) spricht.Bl. 204 befindet sich folgende Stelle, welche schon vor längererZeit Professor Schmeller mir mitzutheilen die Güte gehabt hat.
DE TARVISIO.
Inter opuscula mea bonarum literarum opus Fridanci Rith-inorum autoris extabat: quem mercatores ob sua lepida dicta adurbem Venetorum vocarunt, in urbe Patavina mortem obiissereferebant. Qua re moti eius sepulchrum in ea perquisivimus.tandem in muro primariae ecclesiae ab extra eius imaginem de-pictam reperimus, et eius epigramma telis aranearum per GeoriumPfintzing praefatum (er war Schedels Begleiter), mihi omni bene-volentia coniunctissimum, plene mundatum talem scripturam lite-ris ac sermone theotonico exaratam perspeximus. Sui quoque 3trithmi latina ac theotonica litera (lingua?) 2 ) perscripti sunt.
Epitaphium Fridanci sepulti in Tarvisio.
Hye leit Freydanck
gar on all sein danck
der ahveg sprach und nie sanck: —
Etwas ganz Neues. Freidank war von den Kaufleutenseiner witzigen und scharfsinnigen Sprüche wegen nach Treviso
') Er nahm im Jahr 1466 den Doctorhut in Pavia.
ä ) Schedel meint wohl die Bearbeitungen Freidanks in lateinischen unddeutschen Versen.
\V. GRIMM, KL. SCHRIFTEN. IV. 1