III. Cap. §. XXXVII. Maßregeln gegen körperliche Verletzungen. 295Brechwasser, welches zu diesem Endzwecke gegeben wird, auch aufden Stuhl wirkt; wenn nach den heftigern, hitzigen Zufällen sichein schlafsüchtiger Zustand einfindet, so muß man die säuerlichenGetränke und die oben angezeigten Mittel zu Hülfe nehmen.3) Bey Behandlung solcher Personen, die durch mineralischeGifte vergiftet worden sind, muß man 1) so schleunig als möglichden krankhaften Zunder durch sanftes Erbrechen herausschaffen;man kann durch Erregung desselben alle schlimmen Zufälle verhüten.Die Brechmittel in flüßiger Gestalt, oder diejenigen, welchemit vielem Wasser verdünnt sind, verdienen den Vorzug vor andern.Man läßt auch vieles laulichtes Wasser nachtrinken, um die ätzendeEigenschaft dieser Gifte zu schwächen, und sie immer mehr undmehr aufzulösen und zu verdünnen, zumahl den ätzenden Sublimatund den Arsenik. Gewöhnlich erbricht sich der Kranke häufig, undmit desto größerer Leichtigkeit, als diese Gifte ohnehin schon Zusam-menziehungen des Magens, die das Erbrechen bestimmen, hervor-bringen; allein, wenn im gegenseitigen Falle das laulichte Wassernicht hinreichen sollte, selbes zu bewirken, so könnte man nochIpekaknanha Pulver in der Gabe von fünfzehn bis zwanzig Granbeysetzen, oder endlich ein bis zwey Gran Brechweinstein in einemhalben Maß laulichten Wassers geben.(Ein sehr gutes, zu dieser Absicht passendes Mittel, welchesgelindes Erbrechen erregt, die scharfen Gifte entwickelt, die Wändedes Magens schmeidiget, und gelinde nach unten abführt, ist dasSeifenwasser. Dieses wird bereitet, indem man ein Pfundgemeine weiße, klein geschnittene Seife mit vier Pfund Wasserunter öfterm Umrühren bis zu ihrer völligen Auflösung kochen läßt,und dann lauwarm dem Kranken von Zeit zu Zeit Theetassenweisezu trinken gibt.)2) Die Brechmittel dürfen nur dann verordnet werden,wenn nur so eben erst das Gift genommen ward, und sich nochkein Erbrechen eingefunden hat; denn, wenn selbes schon für sichdieses hervorzubringen angefangen, so darf man es nur vermittelsteines laulichten wässerigen Getränkes unterhalten; zu diesem Endegibt man jede Viertel= oder wenigstens jede halbe Stunde eineSchaale warmes reines Wasser, wozu man noch, wenn das Erbrechennicht leicht vor sich gienge, einige Tropfen ätzenden Salmiak=Geist
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