103nirgends nichts als Haberfrüchte. Obsfrüchte sind darin weniganzutreffen, hingegen findet mann desto mehr Rindvieh undSchwein. Hauptwaldungen hat es nicht, sondern nur gleichsamBüsch zum Brenholz und Reif zu den Fässern daraus zu machen,von welchem sich nicht wenig Menschen in dem Ambt ernehren,sintemahl solche alle nacher Cöln oder Bonn gebracht und daselbstverkauft werden. In dem Dorf Lindlar wohnen vorizo vieleSteinhauer, weilen daselbst schöne Stein zu Platten sich finden.Von dem Ambt Blanckenberg.Das Ambt Blanckenberg hat ohne die Stadt oder VogterSiegberg, welche zu diesem Ambt muß gerechnet werden, 13 Kirch-spiel: als 1. Menden, 2. Lühmer, 3. Honrath, 4. Neunkirchen,5. Winterscheid, 6. Ruppichteradt, 7. Edorf, 8. Egen, 9. Gestingen10. Ober=Plehs, 11. Stelldorf, 12. Uckerath, 13. Herchen. Unterallen diesen Kirchspielen ist Honrath allein Lutherisch, die andernalle sind Catholisch. Darneben zu wissen, daß dieses Ambt vordiesem eine Grafschaft gewesen, ehe und bevor solches den BergischenLanden incorporirt geworden. Damahlige Herrschaft hatte ihrenSizz auf dem Schloß, hart an der Stadt Blanckenberg gelegen,und welches izo ganz ruiniret ist.Das Landt ist überall sehr gut, sintemahl es nicht sehrbergigt, auch fängt der Weinwachs darin schon an, andere Früchtesind ebenfals darin nach Verlangen anzutreffen, und an Viehzuchtist kein Mangel. Ueber das laufen schöne Bäche durch das Ambtin die Sieg, welches leztere Wasser nicht gering, sondern, wieoben bey Beschreibung der Stadt Siegberg gedacht, schon von denInwohnern mit kleinen Schiffen, zum Handel nöthig, befahren wird.Von dem Ambt Portz.Dieses Ambt ist wie obgemeltes ein schönes großes Ambthat ohne die Herrlichkeit Otendahl und die Scheiderhöhe, welchesleztere ein besonder Kirchspiel ist, 20 Kirchspiel: als 1. Flittert,2. Dünnewaldt, 3. Pafrath, 4. Glabbach, 5. Duhrscheid, 6. Herckel-rath, 7. Immekeppel, 8. Bensberg, 9. Raefrath, 10. Merheim,11. Mülheim, 12. Hömer, 13. Ohrbach, 14. Wahn, 15. Langelt,16. Ober=Sündorp, 17. Nieder=Sündorp, 18. Ensen, 19. Sandt,20. Stammen.
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Zwei geographische Beschreibungen des Herzogtums Berg aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts
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