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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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296 I. Kriege von 16131689.

Parkany erfahren, aus Buda auf der Strasse nach Belgrad ab. So-bieski, welcher dies nicht wusste, schickte sich an, nach Buda zumarschiren, der Herzog von Lothringen widerrieth dies undschlug vor, Gran zu belagern. Zu dem Zwecke wurde von Koinorneine Brücke geschlagen, über welche der Herzog von Lothringenam 19. Oktober mit den Oesterreichern und Bayern auf das rechte Donau-ufer ging, Sobieski blieb mit den Polen auf dem linken Ufer, dadiese entschieden nicht die Donau überschreiten wollten. Die Königin,Jablonowski und die polnischen Senatoren bestanden darauf, dassder König mit den polnischen Truppen nach Polen zurückkehren solle,dieser dagegen wollte sogar in Ungarn überwintern, um im Frühjahr dieKriegsoperationen gegen die Türken gleich wieder aufzunehmen, damitsie nicht in Polen einfielen und der Kaiser nicht zum Nachtheile Polen'smit der Türkei Frieden schlösse.

Die Belagerung von Gran dauerte glücklicher Weise nicht lange;nach 4 Tagen am 24. Oktober kapitulirte diese Festung, übergabsich aber nicht den Oesterreichern, sondern Sobieski, welcher dieGarnison ohne Waffen entliess und die Schlüssel der Stadt dem Herzogvon Lothringen übergab. Am 1. November trennten sich hierauf dieVerbündeten an den Ufern des Ispel (Eipel): der Herzog zog nach Uivar,der König nach Oberungarn. Tökeli zog sich in die Gebirge zurück,die Garnisonen der Städte verstärkend, der Vezier, in Belgrad angelangt,erhielt vom Sultan im Dezember die Schnur zugesandt und büsste mitdem Leben.

Sobieski hatte, zur Zeit seiner Anwesenheit am Ispel, wo Com-missarien Tökeli's bei ihm eintrafen, vom Kaiser zu Gunsten der Un-garn irgend Etwas erwirken wollen, hatte aber nur das Versprechen einerAmnestie erlangt. Aber zwischen dem Könige und Tökeli brach ein Zwistaus über Plünderungen, welche die lithauischen Truppen Sapieha's,die im September in Ungarn eingerückt waren, vorgenommen hatten;Tökeli erklärte das für einen polnischer Seits begangenenVerrath, undin Folge dessen waren die Polen genöthigt, sich den Rückweg mit Ge-walt zu erzwingen, Hunger und Kälte zu leiden, und nur noch darauf zudenken, wie sie, ohne umzukommen, die Grenzen von Polen erreichenmöchten. Tökeli hätte vielleicht die Ungarn noch von Thätlich-keiten gegen die Polen abzuhalten vermocht; Sobieski selber aberbrachte sie dadurch auf, dass er als Sieger ihr Land durchziehen und un-terwegs dem Kaiser noch Städte unterwerfen wollte. Die erste Stadt,Szecseny, von den Türken besetzt, ergab sich auf Capitulation undwurde einem österreichischen General übergeben. Kaschau Hess diePolen nicht ein, Eperies, in dessen Gegend von Wien aus die Winter-quartiere bestimmt waren, machte sogar einen Ausfall, sodass der Kriegs-