294 Ij Kriege von 1613—1689.
Kurfürsten von Sachsen verweigerte er die kriegerischen Ehren, und denKurfürsten von Bayern wollte er in der Folge aus dessen Besitzungenverjagen").
Aufgebracht über die Undankbarkeit und das unhöfliche Benehmendes Kaisers und seines Hofes, riethen die in Sobieski's Umgebungbefindlichen Polen diesem, nach Polen zurückzukehren. Der Kaiserselber wünschte, dass er sobald als möglich Oesterreich verlasse, in-dem er besorgt war, dass die Ungarn dem Sohne Sobieski's, Ja-kob, die ungarische Krone antragen möchten. Sobieski aber warnur darauf bedacht, die Niederlage der Türken zu vervollständigen, inder Hoffnung, dass der Kaiser aus Dankbarkeit seine Tochter dem Königs-sohne Jakob vermählen werde. Auf der andern Seite war der Vezier,welcher sein Heer in Buda wieder gesammelt hatte, noch so gefahrdro-hend, dass der Kriegsrath zu Wien es für nützlich erachtete, die polni-schen Truppen noch da zu behalten, um den Türken Ujvar (Neuhäusel)abzunehmen. Man beschloss, dass die Verbündeten nach Ober-Ungarnrücken sollten, indessen wurde der Herzog von Lothringen mitden deutschen Truppen noch für einige Zeit in Wien belassen, Sobieskiaber brach mit den polnischen Truppen allein am 17. September auf derStrasse nach Pressburg auf und ging am 25. September auf die InselKomorn oder Schutt über eine Brücke, welche von Tuln nach Pressburgstromab geflösst worden war.
Erst hier stiessen Kasaken unter den Obersten Menshinski undWorona zu Sobieski, während die übrigen unter den OberstenMiklaschewski und Balyk, unter des Hetmans Gogol Oberbefehl,noch.später, erst vor Gran eintrafen (wo, aus unbekannten Gründen, dieKasaken Gogol ermordeten und an seiner Stelle' K u n i t z oder K u -nitzki einsetzten). Der Uebergang auf das linke Donauufer dauertebis zum 3. Oktober, wo Sobieski sein Lager bei Komorn aufschlug;er verweilte hier zwei Tage, bis auch der Herzog von Lothrin-gen mit den deutschen Truppen eingetroffen war. Als man in Erfahrungbrachte, dass die Türken gleichfalls die Donau bei Gran überschrittenund sich des Brückenkopfes bei Parkany bemächtigt hätten, beschlossder vor Komorn versammelte Kriegsrath. am 6. Oktober die Offensive aufdem linken Donauufer stromab fortzusetzen. Nach nutzlosen Kecogno-scirungen, welche gar keine Nachrichten über die Türken brachten, ent-schloss Sobieski sich, sie selbst aufzusuchen, und ging, ohne denHerzog von Lothringen davon zu benachrichtigen, am 7. Oktober
*) Solcher Gestalt zeichnete sich der Hof in Wien niemals durch Gerechtigkeitaus, und im Jahre 1S54 setzte er nicht zum ersten Male die Welt durch seine Un-dankbarkeit in Erstaunen!!