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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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276 I. Kriege von 16131689.

In nicht geringerem Grade wurde die Türkei durch die Uebergriffe polni-scher Magnaten gegen die von der Pforte ernannten Hospodare der Mol-dau aufgebracht. Im Jahre 1600 wollte der transsylvanische WojewodeMichael, der die Hospodarschaft dem Polen ergebenen JeremiasMogila entrissen hatte, seine Besitzungen auf Kosten Polens erweitern,indem er den Vorsehlag machte, dies Reich zwischen Oesterreich, Schwe-den und Russland zu theilen. Aber Zamoiski vertrieb ihn aus derMoldau und setzte Jeremias wieder als Hospodar ein. Die Versucheanderer polnischer Magnaten waren weniger erfolgreich: Potozki,welcher seinen Verwandten, Constantin Mogila (1612), unterstützte,fiel in türkische Gefangenschaft; ein gleiches Schicksal traf die FürstenKorezki und Wischnewjezki, welche für das Interesse desselbenGeschlechtes Mogila (1616) eingetreten waren.

Die Türkei musste das Alles geduldig ertragen, denn sie lag mitOesterreich und Persien im Kriege. Aber nachdem sie mit ihnen Frie-den geschlossen, erschien im Jahre 1617 Iskender oder Skinder-Pa s ch a an den Grenzen von Polen mit 80 000 Mann und forderte Ent-schädigung. Der Hetman Sholkjewski., welchem Sigismund IIIdie Vertheidigung der Südgrenzen gegen Tataren und Türken übertragenhatte, war weit schwächer als Isk ender-Paseha, er trat ihm jedochbeiBuscha amDnjestr kühn entgegen. Aber die Zwietracht zwischen denpolnischen Heerführern, ihr Ungehorsam gegen den Hetman, die Sorglosig-keit des Königs und dessen heimlicher Befehl, die Rj^tsch Pospolita wegendes zweifelhaften Krieges mit Russland keiner Gefahr auszusetzen, das Alleswar Schuld, dass Sholkjewski gezwungen wurde, am 15. September1617 bei dem Flecken Jaruga einen Vertrag abzuschliessen, durch wel-chen Polen auf die Einmischung in die Angelegenheiten der Moldau ver-zichtete und sich verpflichtete, die Kasaken zu bändigen.

Aber die Kasaken plünderten 1618 Varna und Trapezunt, und Si-gismund entsendete heimlich Lissowtschiks zur Hülfe Oesterreichsgegen den transsyIvanischen Fürsten Bethlen-Gabor, welcher Kiewbelagerte. Als auf des Letzteren Bitte die Pforte den moldauischen Hos-podar Gaspar Graziani, der Polen anhing, absetzte, befahl Sigis-mund dem Sholkjewski, auszurücken und Graziani Hülfe zubringen. Gegen sie wurde Iskender -Pascha entsendet mit denPaschas von Rumelien, Nikopol und Widdin, dem Krym-Khan Dsha-nibek und einem zahlreichen türkisch-tatarischen Heere. IskenderPascha setzte mit diesen beiJassy über den Pruth und marschirte zu demLager des polnischen Heeres bei dem Flecken Zezora an dem Ufer desPruth. Am 19. September 1620 fand die erste, am folgenden Tage(20. September), die zweite Hauptschlacht vor dem polnischen Lagerstatt. Die Polen wurden geschlagen, mit einem Verlust von 10000 Mann