240 I- Kriege von 1613—1689.
Mogilew und längs des Dnjepr gelegt, damit es, nachdem die Flüsse zu-gefroren, aus Weissrussland und der Ukraine in die russischen Grenzeneinfallen könne.
Indessen gab es in der Ukraine, mit Ausnahme von Kiew und eini-gen Regimentsstädten, nirgend mehr russische Truppen, und Samkoallein kämpfte mit Chmjelnizki, säuberte fast die ganze Ukraine vonpolnischen Truppen und wehrte die Tataren erfolgreich ab. Auf derVersammlung bei Njäshin erwählten ihn die Kasaken zum Hetman, dieNjäshiner allein stimmten für Solotarenko, Alle aber kamen dahintiberein, die Ernennung dem Zaren zu überlassen. Aber der Zar eiltenicht mit dieser Ernennung, da er hoffte, sich die Ukraine des rechtenUfers unterwerfen zu können. Chmj elnizki, von den Polen und Ta-taren verlassen, trug ihm seine Unterwerfung an. Währendaber die Unter-handlungen hierüber gepflogen wurden, erschien im Oktober der Khan mitden Tataren und Chmjelnizki sah sich wieder Willen gezwungen, mitihm zu gehen und Perejaslawl zu belagern; der russische WojewodeTschaadajew zwang sie jedoch zur Aufhebung der Belagerung, undhiermit endeten die Kriegsoperationen des Jahres 1661 in der Ukraine.
§• 38.Kriege im Jahre 1662.
Die Unfälle der vorhergegangenen Kriegsjahre hatten die Finanzenund das Heer Eussland's so zerrüttet, dass die Regierung den Versuchmachte, die Kriegsoperationen durch Unterhandlungen über einen Waf-fenstillstand und Auswechselung der Gefangenen hinzuhalten, und zudiesem Zwecke Gesandte nach Warschau und Smolensk schickte. Diepolnische Regierung dagegen, durch ihre Kriegserfolge hochmüthig ge-worden, zeigte sich aufs Aeusserste gewissenlos und unehrlich; sie verwei-gerte einen Waffenstillstand unter dem Vor wände, dass es unerlässlich fürsie sei, darüber sich mit dem Krym-Khan erst zu verständigen, zu welchemsehr weit war, — und bis zum Herbst schickte sie keine Commissarienzu den Unterhandlungen. Bezüglich der Auswechslung der Gefangenenverlangte sie als Lösegeld für dieselben, wie die Tataren, ungeheureGeldsummen; als endlich im September die Auswechslung stattfand,wurden nicht Alle ausgeliefert und während der Zeit des Austauscheshörten die einzelnen Kriegsactionen nicht auf: polnische Sholnjery plün-derten und verheerten die Umgegend von Witebsk, Polozk und WelikiLuk, und der polnische Oberst Czarnowski erstürmte Uswjat undHess eine grosse Zahl der Einwohner aufhängen, weil sie ihm nicht so-gleich die Stadt übergeben hatten. Aus Borissow aber führte Stolnik