5. Russische Kriege unter dem Zaren AJexei Michailowitsch (1645—1685). 195
allen Städten zum 1. Mai in Moskau zu sammeln. Am 27. Februarwurde der Train unter dem Bojaren Dalmatow Karpow von Moskaunach Wjasma entsendet. Am 15. März fand auf dem Djäwitschen Feldein Gegenwart des Zaren, des Hofes und der kleinrussisclien Kasaken-gesandtschaft eine Besichtigung der Reiterei - und Soldaten-Exerzitienstatt. Am 17. März wurde zu Brjansk dem Wojewoden, BojarenfürstenAlexei Nikitin Trubezkoi, der Feldzugsplan klar gelegt. Am23. April fand im Kreml eine grosse Feier aus Anlass des Ausrückensins Feld statt, wobei in der Uspenskikirche im Beisein des Zaren und sei-nes Hofes der Patriarch Nikon bei der Feier des Hochamts nach demTe Deum den Befehl des Zaren an Trubezkoi übergab. Am 26. Aprilzog Trubezkoi mit mehreren Fuss- und einem Reiterregimente, imGanzen 10 000 Mann, aus Moskau nach Brjansk. Am 10. Mai besichtigteder Zar auf dem Djäwitschen Felde alle in Moskau versammelten Trup-pen, welche zum Feldzug ausrücken sollten. Am 15. Mai begann ihrAusmarsch in folgender Ordnung und unter folgenden Führern (Woje-woden) : am 15. Mai das Regiment des äussersten Vortrabs ; dahinter dieAvantgarde — Fürsten Odojewski und Chworostinin; am 16.Maidas Hauptcorps (Gros) — Fürsten Tscherkasski und Prosorowski;am 17. Mai die Arrieregarde —Fürsten Temkin-Rostowski undStrjäschnew; endlich am 18. Mai der Zar selber, mit den nächstenBojaren M0r0s0w und Mstislawski (Vater der Zariza oder Kaise-rin), dem Hofe, dem Leibgarderegiment und der Hauptstreitmacht. Allediese Truppen schlugen den Smolensker Weg nach Wjasma ein, um vondort auf Smolensk zu gehen. Der nach Brjansk gesendete Trubezkoihatte den Auftrag, in der Mstislawschen Wojewodschaft zu operiren,in Verbindung mit Wassilji Butturlin und Chmjelnizki, wel-che sich in Kleinrussland auf dem rechten Dnjeprufer befanden und vonda die kleinpolnischen Wojewodschaften angreifen sollten. Chmjel-nizki hatte seinerseits den Vice-Ataman Iwan Solotarenko mit8000 Kasaken nach Gomelj, und dessen Bruder Wassilji Solota-renko mit 12000 Kasaken nach Smolensk entsendet. Auf der rechtenFlanke der Hauptkräfte, gegen die Polozker Wojewodschaft, standendie Wojewoden Schein und Fürst Chowanski mit Truppen undsollten offensiv verfahren. Dem Bojaren Wassilji BorissowitschScheremetjew mit Truppen war der Befehl gegeben, aus Putiwlnach Bjelgorod südlich von Kursk zu marschiren, um die russischenSüdgrenzen gegen Krym- und nogaiische Tataren zu sichern. Auf dieseWeise war das Hauptobjekt der Operationen, auf welches die Hauptkräftesich dirigirten, Smolensk, das Seitenobjektauf der rechten Flanke Witebskund Polozk, — auf der linken Mstislawl und Mogilew, — auf der äus-sersten Linken Lwow und Ljublin.
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