i< Kriege der kleinrussischen und SaporogerKasaken. 177
So hatten die Polen den Krieg zuerst begonnen, ohne vorgängigeKriegserklärung. Chmjelnizki schickte, als er dies von Bogun er-fuhr, dem Letzteren den Oberst Glucho mit einem Kasakencorps zuHülfe, stellte an der Grenze, um die Bewegungen Radziwil's imSüden Lithauens zu beoachten, das Kiewsche, Tschernigower und Njä-shinsker Regiment und die zwischen den Flüssen Orel und Samara (imheutigen Gouvernement Jekaterinoslaw) nomadisirenden Nogaien auf, undbrach selbst mit 100 000 Mann nach Sbarash auf. Bar, Mendshibosh,Sinkow, Ssokol, Ssatunow, Alt und Neu Constantinow und viele anderean seinem Wege gelegene Städte brannte er nieder, die rechtgläubigenEinwohner zogen über den Dnjepr fort, Polen und Juden wurden massa-krirt.
Während dessen hatte das königlich polnische Heer sich Anfangs vorWladimir an der Volyna, dann vor SsokolamBug concentrirt, wohin jedesMal auch das Hauptquartier des Heeres verlegt wurde. Am 14. Mai trafder König selbst in Ssokol ein. Die für eine Aufstellung des Heeres inSchlachtordnung ungünstige Enge des Terrains bewog den König zurBerufung eines Kriegsratb.es, welcher entscheiden sollte, was nun zu thunsei. Die Einen schlugen vor, man solle dem Feinde die Miethsregimen-ter entgegensenden, der König mit denSchljachtitschen-Truppen solle inReserve bei Ssokol stehen bleiben. Die Andern, vom Könige unterstützt,verwarfen diese Ansicht, welche den Naehtheil einer Theilung der Kräftehabe. Es wurde also beschlossen, mit dem ganzen Heere Chmj elnizkientgegen zu rücken auf dem nächsten Wege durch Berestetschko (einenFlecken auf dem linken Ufer des Styr in Volhynien, Dubensker Bezirk,50 Werst westlich von Dubno), wo sich weite Felder und Triften finden.Der Marsch wurde am 15. Juni angetreten (also einen Monat nach derAnkunft des Königs in Ssokol; warum so spät — ist unbekannt). Gleichzu Anfang musste das Heer durch sumpfige Wälder ziehen, was dieTruppen und besonders die Fahrzeuge (den Train) ausserordentlich er-müdete und in Unordnung brachte. Beim Heraustreten aus dem Waldetheilte der König sein Heer in 10 grosse Corps: das erste befehligteder König selber, das zweite der Kronsgrosshetman Nicolai Po-tozki, das dritte der Vollhetman Kalinowski, das vierte derBrester Wojewode Schtschawinski, das fünfte der russische(d. h. ukrainische) Wojewode, Fürst Jeremias Wischnjewezki,das sechste der podolische Wojewode Stanislaw Potozki, das sie-bente der Kronsgrossmarschall Fürst Juri Ljubomirski, das achteder brazlawsche Wojewode Lanzkoronski, das neunte der li-thauische Unterkanzler Leo Sapieha, das zehnte der Kronsgross-kornett Konj ezpolski. Am 16. Juni legte das Heer den Marsch bisWissljanki (Wignjanki) zurück, das an Wasser und Grünfutter reich ist,
Qalitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. I. Supplem. 12