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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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1. Das russische Reich im 17. Jahrh. (16131689;. 69

desselben an: die der russischen Zeitgenossen Tschemodanow undPossoschkow. Der Erstere, als Gesandter von Alexei Michai-lowitsch im J. 1657 nach Venedig geschickt, antwortete bei seinerAnwesenheit in Florenz. 1658, auf die Frage des jungen CosmusMedici nach der Aufstellung und Kampfart des russischen Heeres inaugenscheinlicher und bewusster Uebertreibung und Verherrlichung, umdie Kräfte und die Macht des russischen Zaren und seines Reiches inden Augen des Fragenden zu erhöhen. Possoschkow dagegen, eineinfacher, kluger, wohlgesinnter und richtig urtheilender Bauer, über-reichte im J. 1701 dem damaligen Vorsitzenden des Kriegscollegiums,Feodor Alexejewitsch Golowin seine Schrift »Ueber Heeres-führung«, in welcher ausserordentlich vernünftig, richtig, zutreffend undklar der Zustand und das Verhalten der Truppen russischer und fremderFormation seiner und der vorhergehenden Zeit geschildert war. Erstellte sie sehr anders dar, alsTschemodanow, vielleicht seine Er-zählung zu sehr verallgemeinernd, aber doch, wie es scheint, ohneUebertreibung und Parteilichkeit, wahr, wenn auch strenge und ent-schieden. Sein Urtheil entsprach ganz der Wirklichkeit, wie sie warund auch nicht anders sein konnte. Einige halten sowohl Tschemo-danow's als Possoschkow's Schilderungen für übertrieben nachzwei entgegengesetzten Seiten, die eine zu schön gefärbt, die andere zu ungünstig. Geht man aber der Sache auf den Grund, so mussman mehr Possoschkow, als dem Andern Recht geben. Die folgen-den Kriege und die Heeresverbesserungen Peter'sl geben den bestenBeweis dafür.