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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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54 I- Kriege von 16131Ö89.

Verschiedenheit, Jeder kleidete sich seinen Mitteln gemäss, Alle aber tru-gen russische Tracht.

Die Hauptarten von Instrumenten der M i 1 i t ä r m u s i k in den russischenHeeren des 17. Jahrhunderts waren die schon lange daselbst gebräuch-lichen Trompeten (Truby), Handtrommel (Kesselpauke, Bu-bny), Hörner, (Surny, nakry) und Schalmeien (Sopeli). Vom

16. Jahrhundert an kamen noch Grosse Pauken, Heerpauke(Nabaty) dazu, später Trommeln (Barabany), noch später Pau-ken (Litawry) , und endlich Hirtenflöten (Sipowki) oder Flö-ten. Die Trompeten, ursprünglich grade, hatten später drei Kniee (Bie-gungen), sahen fast wie die jetzigen aus und hiessen Trompeten derSchlachtordnung (Schlachtdrommeten). Die H a n d t r o m m e 1 n(Kesselpauken) bestanden aus kleinen kupfernen Kesseln mit darübergespanntem Fell, welches mit der Wotschaga, einem ledernen Balle(Knopf) auf kurzem Stiele, geschlagen wurde. Auf dem Marsche hattejeder Wojewode am Sattel solche Trommel im kleineren Maassstabe,welche Tulumbass (Pauke, timbale genannt wurde; durch sie gaber den Truppen verschiedene Signale (zu rascherem oder langsamemMarschiren, zur Schlacht, zum Sturm u. s. w). Die Surna war ge-wöhnlich eine grosse Trompete, aber mit zurückgebogener unterer Oeffhungoder Stürze. Das Sopel war eine gewöhnliche Rohrpfeife nach Artder Hirtenschalmeien. Die Nabaty waren Kupfertrommeln von unge-heurer Grösse auf einem Schilde, das auf vier nebeneindergehendenPferden lag; zu ihnen gehörten 8 Mann, welche die Signale weitergabenzum Kampfe, zum Angriff u. s. w. (Von diesen grossen Pauken warfrüher schon öfter die Rede). Die Barabany (Trommeln) der Fuss-regimenter: Strelitzen und Soldaten und der berittenen Dragoner, dieLitawry bei den berittenen Strelitzen und Reitern seit Anfang des 17.Jahrhunderts, und die Sipowki oder Flöten bei den Soldaten- und Stre-litzenregimentern seit der Mitte dieses Jahrhunderts, hatten dieselbe Formund dasselbe Ansehn wie noch jetzt. In Uebereinstimmung mit den Benen-nungen dieser Instrumente hiessen die sie spielenden oder bei ihnen beschäf-tigten Leute: Trubatschen, Nakratschen, Surenschtschiks,oder Surpatschen, Sopzen, Nabatschiks, Barabanschtschiks,Litawrschtschiks und Sipowscht schiks. Die Russland be-reisenden Fremden beschreiben die russische Militärmusik als sehr laut,betäubend, unharmonisch, und nur geeignet Schrecken einzuflössen.

Die Kriegsfeldzeichen enthielten zu Ende des 16. und Anfang des

17. Jahrhunderts Darstellungen von Heiligen, aber auch von andern Ge-genständen, z. B. einen zweiköpfigen Adler, die Sonne, den Mond, dieSterne, die Wappen des Zaren oder der Fürsten, wilde Thiere, Vögel,und sogar fabelhafte Thiergestalten. Die Fahnen wurden feierlich durch