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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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nicht zukommenden Rang von Oberbefehlshabern über russische Armeen gegenFriedrich erhoben worden waren. Und wenn ihnen auch neue Gnaden-bezeugungen für ihre Heldenthaten zu Theil wurden, so hatten sie diese nichtsich persönlich, sondern den ausgezeichneten Eigenschaften und Operationender russischen Truppen, welche sie zu befehligen die Ehre hatten, zu verdanken.

Die französischen Armeen legten in diesen Kriegen nur einen einzigen ihnennicht abzusprechenden Werth an den Tag: das den französischen Truppen an-geborene, aufbrausende Wesen und Tapferkeit im Kampfe, wenngleich ohneVerbindung mit gehöriger Festigkeit, Männlichkeit und Standhaftigkeit in Un-glücksfällen. Dies bezieht sich sowohl auf die Generäle, als auf die Officiereund Soldaten in gleicher Weise, unter welchen, besonders unter den ersten,sich viele ausgezeichnet haben. Aber die Einrichtung, Verwaltung und beson-ders die Disciplin in den französischen Armeen waren im ärgsten Verfall.Ueber die Führer dieser Armeen, mit Ausnahme des Marschalls Grafen vonSachsen und Contades', kann man nur dasjenige wiederholen, was schon obensowohl über sie, als von den drei Anführern der russischen Armeen gesagtworden ist. Dabei springt eine erstaunenswerthe Aehnlichkeit der Gründehinsichtlich der Wahl und Bestimmung dieser wie jener in die Augen, in Frank-reich noch mehr als in Russland.

Ueber die deutsche Reichsarmee, über die schwedischen Truppen und ihreAnführer zu reden, wäre überflüssig: die erstere und ihre Führer standen immerunter der Mittelmässigkeit, und die Operationen der Schweden sind unbedeutend,obgleich diese wie jene dennoch die Aufmerksamkeit und Streitkräfte Friedrich'sth eilten.

Und somit waren, wenn man speciellüber die bemerkenswerthesten Factorender Kriege dieser Zeitperiode spricht, diese im Allgemeinen auf Seiten Fried-rich's in bedeutend grösserer Zahl vorhanden, als auf Seiten aller seiner Gegner,und um so mehr, da er, wie alle grossen Feldherren, durch seine Person einigeausgezeichnete Armeen mit ihren Führern aufwog. Und daher gebührt im all-gemeinen Bilde der Kriege jener Zeit das Licht unstreitig mehr ihm und seinenwürdigen Feldherren, als seinen Gegnern, und der Schatten mehr den Letzteren,aber nicht durch die Schuld ihrer Armeen und nicht zum Nachtheil ihres Ruhmes,sondern zufolge falscher Wahl und Unfähigkeit eines grossen Theiles ihrerFührer.