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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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376 Beilagen.

mit Schweden, welcher Russland wichtige Erwerbungen verschafft hatte, ge-sandt. Die Kaiserin Elisabeth Petrowna war so zufrieden, dass sie dem jungenHauptmann Rumjanzow gleich zum Obersten beförderte! Zu der Zeit wurdeRumjanzow durch seine Kühnheit, seinen Muthwillen, seine losen Streiche undbesonders Liebesintriguen Allen, sogar der Kaiserin bekannt. Für einen seinerStreiche sandte ihn die Kaiserin zu seinem Vater, dass er ihn selbst als Vaterbestrafen möge, dem der Sohn kindlich ergeben war. Im Jahre 1748 nahmer an dem Feldzuge des^ für Oesterreich abgesandten russischen Hilfscorpsdes Fürsten] Repnin in Franken Theil, und im Jahre 1757, schon im Rangeeines Generalmajors, stand er in der Armee Apraxin's, beschäftigte sich eifrigmit der Organisation der Reiterei in derselben, eroberte Tilsit durch Capitula-tion und betheiligte sich mit Auszeichnung in der Schlacht bei Gross-Jägern-dorf. Im Jahre 1758 wurde er zum Generallieutenant befördert und zum Be-fehlshaber eines abgesonderten Corps in Preussen ernannt, mit welchem erviele, immer glückliche Scharmützel gegen den Feind bestand. Im Jahre 1759befehligte er in der Schlacht bei Kunnersdorf das Centrum der russischenArmee, trug mit Laudon bedeutend zum Siege über die preussische Armee bei,indem er die preussische Reiterei (Ziethen) warf, wofür er mit dem St. An-dreas Newsky-Orden belohnt wurde. Hierauf gab ihm Soltikow wiederholtAufträge in diplomatischen Unterhandlungen mitDaun. Im Jahre 1761, als erein 24,000 Mann starkes Corps befehligte, blockirte er Kolberg und zwang eszur Uebergabe. Peter III. beförderte nach seiner Thronbesteigung im Jahre1762 Rumjanzow (37 Jahre alt) zum General-en-Chef und decorirte ihn mit demSt. Annen- und dem St. Andreas-Orden. Nachdem Peter III. mit Friedrich ILFrieden geschlossen hatte, wünschte er von Dänemark sein Erbland Holstein zu-riickzuerlangen, wollte zum Oberbefehlshaber der dazu bestimmten Armee Rum-janzow ernennen und machte sich schon bereit selbst zu derselben abzugehen,als sein Tod ihn daran hinderte. Katharina II. änderte sofort bei ihrer Thron-besteigung diesen Feldzug ab und vertraute Rumjanzow die Verwaltung vonKleinrussland an, mit dem Titel eines Präsidenten des kleinrussischen Colle-giums und eines Oberbefehlshabers der ukrainischen Division regulärer Truppenund aller kleinrussischen und saporogischen Kosaken. Rumjanzow rechtfertigtevöllig die Wahl und das Zutrauen Katharina's II. : er rottete die Missbräucheunter den Behörden aus und vertilgte durch strenge Beobachtung der Mannszuchtunter den Truppen die Furcht und das Misstrauen der Landesbewohner, ver-schaffte den letzteren verschiedene Dispensationen und Vorzüge und das Recht inCivilsachen das lithauische Statut zur Richtschnur zu nehmen, mit einem Wortein den sechs Jahren seiner Verwaltung von Kleinrussland (176268) bewährteer sich als weiser, wohlthätiger Verwaltungsbeamter, und Kleinrussland erfreutesich in der That eines Wohlstandes. Im Jahre 1768 vor Beginn des erstenKrieges mit den Türken, ernannte Katharina II. Rumjanzow zum Obercomman-direnden der zweiten activen Armee; seine Kriegsthaten und sein Leben von