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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
Entstehung
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372 Beilagen.

längs der Oder nach Glogau, erkrankte er gefährlich, tibergab die ArmeeFermor und begab sich nach Posen. Damit endete auch seine kriegerischeLaufbahn. Im Jahre 1761 unter Peter III. blieb er in Unthätigkeit, aber Katha-rina IL berief ihn nach ihrer Thronbesteigung 1762 aufs Neue in den Dienstund bestimmte ihn zum Mitgliede des Senats und im Jahre 1763 zum Ober-commandirenden in Moskau in der Würde eines General-Adjutanten. Ihr be-sonderes Wohlwollen für ihn bezeugen ausserdem noch ihre ausserordentlichschmeichelhaften Ausdrücke in einem Briefe an ihn, in welchem sie ihm die Er-nennung Rumjanzow's und des Fürsten Galitzin zu .Oberbefehlshabern derArmee gegen die Türken im Jahre 1763 mittheilt. »Wenn ich die Türkenfürchten würde, so wäre meine Wahl unzweifelhaft auf den mit Lorbeern ge-krönten Feldmarschall Soltikow gefallen; aber in Anbetracht der grossen Un-ruhen, die mit diesem Kriege verbunden sind, habe ich daran gedacht, die Jahredieses berühmten Kriegers zu schonen, der auch ohnedem genug Ruhm besitzt.«Es ist augenscheinlich, dass dieses nur ein feiner und schmeichelhafter Trostfür diesen berühmten Krieger, der übrigens nicht allzusehr mit Lorbeern be-deckt war, sein sollte dafür dass nicht er, sondern Andere gewählt wordenwaren. Aber nach drei Jahren verwandelte sich das Wohlwollen Katharina's fürSoltikow in Zorn und Abneigung und dieses mit Recht. Als nämlich im Jahre177t. in Moskau eine fürchterliche Seuche ausbrach, entfernte sich Soltikow aufsein Gut unterhalb Moskau, überliess die Stadt der Anarchie, in Folge dessen einAufruhr des Pöbels ausbrach, welcher den Erzbischof Ambrosius tödtete. NachNiederwerfung des Aufruhrs und nach dem Erlöschen der Seuche kehrte Solti-kow nach Moskau zurück, wurde aber seiner Bitte gemäss 1772 aus demDienste entlassen und zog sich auf sein Gut zurück. Die Ungnade betrübteihn und zerrüttete seine Gesundheit so sehr, dass er noch in demselben Jahrestarb. Weder war er ein fähiger, noch ein geschickter Feldherr gewesen, abernach dem Zeugnisse seiner Zeitgenossen war er ein sehr tapferer General, derim Kampfe seine Kaltblütigkeit und Geistesgegenwart behielt, und in Preussenhat er Tapferkeit, Geistesstärke und Klugheit bewiesen; er war bei den Truppensehr beliebt, hatte ein gutes Herz und zeichnete sich im Umgange durch Liebens-würdigkeit und Scharfsinn aus.

XX.

Buturlin.

Alexander Borissowitsch Buturlin, Enkel des Bojaren Iwan WasiljewitschButurlin und Sohn desStolaik*) und Obersten Boris Iwanowitsch Buturlin, wel-cher für Betheiligung an der Verschwörung und dem Aufstande der Strelitzenim Jahre 1687 nach Sibirien verbannt worden war; Alexander Borissowitsch

*) Im Mittelalter Truchsess. Anmerk. des Uebersetzers.