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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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XVI. Lascy. 363

ernannten Grafen Peter von Lascy, eines Zeitgenossen Münnich's; er wurde imJahre 1725 geboren. Sein Vater wollte nicht, dass er seine Carriere nur derhohen Stellung seines Vaters zu verdanken hätte, vielmehr sollte er sich diesedurch Dienst in einer ausländischen Armee zu erwerben suchen. Als der Sohnseine Ausbildung in Wien vollendet hatte, begann der österreichische Erbfolge-krieg und der junge Lascy trat als Officier in die österreichische Armee ein.Die erste praktische Kriegsschule für ihn war der Vorpostendienst und der kleineKrieg der leichten Vorpostentruppen v die beste Schule für jeden Militär). Dortlegte er von Anfang an viele Beispiele seiner ungewöhnlichen Kühnheit, Bravourund Tapferkeit an den Tag. In Italien, in der Schlacht bei Feltre, wurde unterihm ein Pferd erschossen und er selbst durch einen Bajonetstich verwundet. Zuder Zeit befehligte die österreichische Armee der Feldmarschall Browne : Lascywar sein Verwandter und wurde auch sein Schüler im Kriegshandwerk, seinAdjutant und Freund, indem er sich unter seiner Leitung dem Studium der Kriegs-wissenschaften und der Kriegskunst widmete, was ihm zu grossem Nutzen ge-reichte. Im Jahre 1745 begab er sich zur Armee, die in Böhmen operirte, be-theiligte sich an den Schlachten bei Striegau, Soor, Kesselsdorf und wurde vonNeuem durch eine Kugel verwundet. Im Jahre 1746 war er nach einander indrei Armeen, nach der Schlacht bei Piacenza wurde er zum Major befördert,kämpfte bei Kottofreddo und Genua und begab sich dann in die Niederlande,wo er sich bei Kaucoux" auszeichnete. Im Jahre 1747 war er wieder in Italien,betheiligte sich am Einfall in die Provence und Dauphine und am zweitenUeberfall auf Genua und an der Belagerung von Mastricht.

Nach dem Friedensschluss zum Oberst und Commandeur des Infanterie-regiments Colloredo ernannt, verstand und vermochte er seinen Soldaten eine fürjene ungewöhnliche Gewandtheit, Schnelligkeit und Beweglichkeit beizubringen,was gegen ihn Neid und Verläumdung erregte. Aber diese Anschuldigungenwurden glänzend dadurch widerlegt, dass das Regiment Lascy in der Schlachtbei Loboätz die ganze Armee rettete. »Ohne Lascy« schrieb Browne an denHofkriegsrath »wäre an diesem Tage Alles verloren und ohne seine Ver-wundung wäre Alles gewonnen gewesen.« Lascy wurde zum Generalmajor be-fördert und im Jahre 17 57 kämpfte er mit besonderer Auszeichnung bei Reichen-berg, Prag (wo er wieder verwundet wurde) und Breslau. Fast alle Anordnungenzu dieser letzten Schlacht gehörten ihm allein und seine Brigade befand sich aufdem allergefährlichsten Platze, desgleichen in der Schlacht bei Leuthen, wo erabermals verwundet wurde, aber die Trümmer der geschlagenen Armee rettete.Seine militärischen Fähigkeiten und Kenntnisse waren bereits in dem Grade an-erkannt, dass er zum Generalquartiermeister der bei Leuthen fast gänzlich auf-geriebenen Armee ernannt wurde. Es war nothwendig, diese letztere ganz vonNeuem zu formiren, und Lascy erreichte diese Aufgabe durch seine unge-wöhnliche Thätigkeit. In derselben Stellung stellte er im Jahre 1758 die Plänezur Befreiung von Olmutz und der plötzlichen Ueberfälle auf die Preussen bei