XV. Laudon. 361
bei dem Ueberfalle auf Hirschfeld, im Februar 1757, erfüllte die schwierigstenAufträge und wurde dafür zum Oberst befördert. Nachher betbeiligte er sichan der Schlacht bei Prag und während der Blockade dieser Stadt, und führtedarauf einige Monate den kleinen Ki'ieg an der Elbe, stiess mit 4000 Mannzu der Reichsarmee, besetzte in der Schlacht bei Rossbach die Wälder ander Saale und kehrte über das Erzgebirge nach Böhmen zurück. Als Be-lohnung für seine Heldenthaten wurde ihm aus Wien das Patent der Ernennungzum Generalmajor und Ritter des Maria-Theresia-Ordens gesandt, aber derabgesandte Courier wurde von den preussischen Truppen aufgefangen; dochhatte sich sein Ruf schon so verbreitet, dass Friedrich in Anerkennung seinerVerdienste ihm das Patent nebst den Orden mit einem Handschreiben zusandte.Vor und während der Blockade von Olmütz führte Laudon thätig und mit Erfolgden kleinen Krieg, bei Domstadl erbeutete er theils, theils vernichtete er denpreussischen Belagerungspark und einen Provianttransport; Laudon gebührtauch der Hauptantheil sowohl an dieser Unternehmung als an der Aufhebungder Blockade von Olmütz durch Friedrich. Seine ausgezeichneten Operationen inder Schlacht bei Hochkirch brachten ihm neue Belohnungen ein und vergrösser-ten noch die Achtung für ihn in der Armee. Krankheit zwang ihn sich nach Wienzubegeben, wo er in den Freiherrnstand erhoben wurde. Im Jahre 1759 befehligteer im Frühjahre ein Corps an der schlesischen Grenze und war einzig bemüht, sichmit den russischen Truppen zu verbinden, was er auch erreichte; in der Schlachtbei Kunnersdorf trug er viel zur Erkämpfung des Siege3 bei, und als Soltikowsich nach Polen zurückzog, marschirte Laudon nach Oesterreichisch-Schlesienund Mähren. Für seine Heldenthaten wurde er zum Feldzeugmeister beför-dert und die Kaiserin Elisabeth verlieh ihm einen mit Brillanten verziertenDegen. Im Jahre 1760 eilte er nach Prag, um Böhmen gegen den zu erwar-tenden Einfall der Preussen zu schützen; hierauf schlug er in Wien den Feld-zugsplan vor und begab sich zu Daun nach Dresden, und von dort nachSchlesien. Hier schlug er Fouque bei Landshut, eroberte Glatz mit Sturm,belagerte aber Breslau vergebens, wurde von Friedrich bei Liegnitz geschlagenund hatte in seinem Unternehmen gegen Kosel keinen Erfolg. Im März 1761,nach Beendigung der Kriegsberathungen in Wien, begab er sich nach Schlesien,wo er, unabhängig von Daun, ein besonderes Corps befehligte, aber erst imHerbste konnte er seine Thätigkeit durch die Eroberung von Schweidnitz mit-telst plötzlichen Ueberfalles beweisen. Damit endigten die wichtigsten Ope-rationen Laudon's im siebenjährigen Kriege. Nach dem Friedensschlüsse lebteer grösstentheils auf seinem Gute in Böhmen. Im Jahre 1766 wurde er zumMitgliede des Hofkriegsraths, und im Jahre 1769 zum Generalgouverneur vonMähren ernannt. Er besuchte mit dem Erzherzoge Joseph (seit 1780 KaiserJoseph II.) Friedrich II. in Sanssouci und im folgenden Jahre in Mährisch-Neustadt, wohin Friedrich gekommen war. Letzterer schätzte und achteteLaudon, nannte ihn nicht anders als Feldmarschall, obgleich er es nicht war,