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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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230 III- Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

seite und die russisch-schwedische Flotte Kolberg von der Seeseiteblockiren.

Friedrich seinerseits beschloss ebenso wie im vorhergegangenenFeldzuge zu operiren, indem er mit seiner Hauptmacht sich immerzwischen die österreichischen und russischen Armeen stellte und nochsorgfältiger als im Jahre 1760 dem Kampfe mit ihnen, besonders mit derrussischen Armee, auswich. Man muss voraussetzen, dass auf diese letz-tere Absicht besondere politische Ursachen Einfluss hatten $ ausserdemkonnte Friedrich, nach seinen eigenen Worten, versichert sein, dass,wenn er die Oesterreicher schlug, die Russen sich ohne Kampf zurück-ziehen würden, während eine Niederlage der russischen Armee nicht denRückzug der Oesterreicher zur Folge gehabt hätte. Der Prinz von Wür-temberg sollte sich in einem befestigten Lager bei Kolberg, zur Deckungund zum Schutz dieser Festung aufstellen.

§ 94.Operationen in Schlesien. Anfängliehe Operationen gegen die Reichs-armee. Der Marsch Friedrich's nach Schlesien. Seine Operationengegen Laudon und Buturlin. Seine Aufstellung im befestigten Lager

bei Bunzelwitz.

Den Waffenstillstand zwischen dem Corps Goltz's und der ArmeeLaudon's in Schlesien benutzend, beschloss Friedrich noch vor seinemAbmärsche dorthin und vor Eröffnung der Hauptkriegsoperationen dieReichsarmee, die schon bis Plauen und Rudolstadt gekommen war, zurück-zudrängen und dadurch die darauf folgenden Operationen zu erleichtern,einerseits dem Prinzen Heinrich in Sachsen, und andererseits dem Her-zog von Braunschweig in Westfalen. In Folge dessen zwangen EndeMärz die preussischen Detachements der Generäle Sieburg, Schenken-dorf und Linden, die gegen die vom Feldmarschall Serbelloni befehligteReichsarmee gesendet worden waren, diese Letztere sich bis Bambergzurückzuziehen und schlössen. sich am 11. April der Armee Friedrich'san. Die Folgen davon waren dadurch wichtig, dass die Reichsarmee biszum Juli ausserhalb des Bereiches der Kriegsoperationen blieb.

Bald darauf (18. April) erklärte Laudon, in der Hoffnung die Zer-splitterung der Streitkräfte Goltz's zu benutzen, dass der Waffenstillstandmit dem 23. April aufhöre. Aber Goltz vermochte rechtzeitig seine Trup-pen in Schweidnitz zu sammeln und Laudon, gebunden durch die Befehleseines Hofes, verblieb in Unthätigkeit. Zehn Tage später (4. Mai) gingFriedrich mit seiner Armee bei Strehla über die Elbe und in Eilmärschenüber Mariastern, Görlitz und Löwenberg nach Schweidnitz, wo er sicham 14. Mai mit Goltz vereinigte. Laudon hatte sich bereits am 10. Mai