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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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228 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

weil sein Nachfolger Georg III. sich entschlossen hatte, den Krieg auffrüherer Grundlage fortzuführen. Im Anfange des Jahres 1761 endlichmachte Frankreich, von seiner falschen Politik überzeugt, vom Kriege,der es aussog und schwächte, ihm aber weder Vortheil gewährte nochversprach, gelangweilt, den ersten Schritt zur Aussöhnung und schlugeinen Congress zur Ordnung der Angelegenheiten Deutschlands inAugsburg vor. Alle Staaten mit Ausnahme Oesterreichs waren gern be-reit ihre Zustimmung dazu zu geben, aber der Congress kam nicht zuStande, weil Frankreich und England sich hinsichtlich Canada's undanderer Landstriche in Amerika vorläufig unter einander nicht einigenkonnten. Die Rüstungen Englands veranlassten sogar Frankreich, sichum Hilfsseemächte zu bewerben, und zu diesem Zwecke wurde imAugust des Jahres 1761 durch die Bemühungen des Herzogs von Choi-seul ein Familienpact zwischen Frankreich, Spanien, Neapel undParma, Staaten, in welchen Glieder des Hauses Bourbon herrschten,abgeschlossen. Und somit wurden die Friedenshoffnungen hinfällig,und die Verbündeten, hingerissen von der Politik Oesterreichs, beschlos-sen den Krieg fortzusetzen und ihn durch die Waffen zu beendigen. Trotzder äussersten Zerrüttung und Erschöpfung ihrer Finanzen wurden dievon ihnen zur unmittelbaren Kriegführung gegen Preussen bestimmtenTruppen auf 245,000 Mann gebracht. Friedrich, dessen Armee im vorher-gehenden Feldzuge viel gelitten hatte und nur mit der grössten Mühe com-pletirt werden konnte, um so mehr da Oesterreich sich vom Austauschder Gefangenen losgesagt hatte, konnte nicht mehr als 110,000 Mann(133 Bataillone und 266 Escadronen) zu Operationen im Felde aufbrin-gen. Folglich hatten die Alliirten 135,000 Mann mehr als er ihrer-seits ein noch grösseres Uebergewicht als im vorhergegangenen Feldzuge.Vor Eröffnung des Feldzuges waren die Streitkräfte beider Parteienfolgendermassen vertheilt:

Daun in Sachsen........... 45,000 Mann

Laudon in Schlesien.......... 75,000

Beck, anfangs in der Lausitz, dann in Schlesien . 10,000

Im Ganzen österreichische Truppen 130,000 Mann

Buturlin mit der russischen Hauptarmee bei Posen 65,000 ,,Rumjanzow mit einem abgesonderten Corps gegen

Kolberg bestimmt............ 20,000 ..

Im Ganzen russische Truppen 85,000 Mann

Die Reichsarmee........... 20,000 .,

Schwedische Truppen........ . 10,000

Die französische Armee Soubise's am Niederrhein . 80,000

Latus 80,000 Mann