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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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5. Der siebenjährige Krieg. 135

Braunschweig anvertraut wurde, und die Erhöhung der von England anPreussen zu zahlenden Subsidiensumme.

Im Laufe des Winters bereiteten sich beide Parteien thätig zu einemneuen Feldzuge vor und verstärkten ihre Armeen bedeutend. Oester-reich stellte drei Armeen von verschiedener Stärke auf, die im Ganzen160,000 bis 170,000 Mann zählten, ausser 40,000 bis 60,000Mann irregu-lären Truppen. Frankreich verstärkte die Armee Richelieu's auf 80,000und diejenige Soubise's ( auf 30,000 Mann, Russland schickte sich an,54,000 Mann reguläre und 16,000 Mann irreguläre Truppen, diedeutschenReichsfürsten beabsichtigten ein Contingent von 27,000 bis 28,000 Mannund die Schweden 20,000 Mann zu stellen. Folglich musste sich die be-waffnete Macht derAlliirten auf circa 420,000 bis 450,000 Mann belaufen.

Einer solch ungeheuren Streitmacht konnte Friedrich bei aller Thä-tigkeit und allen Bemühungen nicht mehr als 137,000 bis 138,000 Mann,die 30,000 Mann starke Armee der verbündeten Hannoveraner ungerech-net, entgegenstellen. Die Zahl der preussischen Bataillone wurde auf159 (110,000111,000 Mann) und die Zahl der Escadronen auf 218 (ge-gen 27,000 Mann) erhöht.

Vor Beginn der Kriegsoperationen hatten die Streitkräfte beider Par-teien folgende Aufstellung:

Daun mit der österreichischen Hauptarmee befand sich bei König-grätz, während der General Deville mit 4000 bis 5000 Mann in Trop-pau (Oesterreichisch-Schlesien) stand.

Friedrich mit der Hauptmacht der preussischen Armee befand sichzwischen Landshut und Friedland, und deckte so die Belagerung vonSchweidnitz, die vom General Treskow mit 15,000 Mann unterhaltenwurde.

Der Prinz Heinrich von Preussen mit 16,000 Mann Preussen hieltSachsen besetzt und beobachtete die Reichsarmee, die sich in Frankengesammelt hatte.

Die hannoversche Armee befand sich in Stade.

Ihr gegenüber war die französische Armee des Herzogs von Richelieuwelchen bald darauf der Graf Clermont-Conde ersetzte) auf der ungemeinausgedehnten Linie von Bremen bis an den Main hin bequartiert. Derenlinken Flügel deckten die Flüsse Weser und Aller; zur grösseren Sicher-stellung desselben hatten die Franzosen ohne jegliche Berechtigung diefreie Reichs- und Hansestadt Bremen besetzt. Das Ceutruin befand sichin Celle, Hannover, Braunschweig, Hildesheim u. s. w., während derrechte Flügel sich über Kassel und Fulda bis an den Main hin erstreckte.

Endlich befand sich ein Theil der russischen Armee in Ostpreussenund deren Hauptmacht in Polen.