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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
Entstehung
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Viertes Kapitel.

Der siebenjährige Krieg (17561763).

i.

Die ersten vier Feldzüge im siebenjährigen Kriege (17561759;.

§.29.Die Ursachen des siebenjährigen Krieges.

Der Erieden zu Aachen, welcher dem österreichischen Erhfolgekriegeein Ende machte, war in Wirklichkeit nur für Preussen allein von Vor-theil; die übrigen Mächte traten demselben bei, theils weil sie nichtmehr im Stande waren, den Krieg weiter zu führen, theils in der Hoff-nung auf günstigere zukünftige Verhältnisse. Die Unhaltbarkeit diesesFriedens war offenbar. Von den Mächten ersten Ranges hatte das zurSee geschwächte Frankreich für die Verluste seiner Flotte keinen Ersatzerhalten; England, unzufrieden mit den erlangten Vortheilen, welche esden gebrachten Opfern nicht für entsprechend erachtete, suchte einenGrund zum Bruche mit Frankreich; Oesterreich endlich, das gedemti-thigt worden war und welchem die Beendigung des Krieges nur Nach-theile gebracht hatte ; betrachtete den abgeschlossenen Frieden nur alseinen temporären Waffenstillstand. Sich auf die Zurückeroberung Schle-siens vorbereitend, war Oesterreich bemüht, sich zunächst im Innern zustärken und Verbündete zu gewinnen. Das Letztere zu erreichen warfür Maria Theresia um so leichter, als die Vergrösserung und ErhöhungPreussens den allgemeinen Neid der europäischen Herrscher erregt hatteund viele unter ihnen, besonders Russland und Frankreich, gegen Fried-rich II. aus persönlichen Gründen aufgebracht waren. Mit einem Worte:der Zustand Europas war derart, dass, ungeachtet der Beendigung desKrieges, fast alle Staaten ihre Armeen auch weiterhin auf Kriegsfuss be-liessen, den unvermeidlichen Friedensbruch erwartend.