3. Der 1. und 2. schlesische uiad der üsterreicliiselie Erbfolgekrie^. 77
Auf diese Weise endete der vierjährige mit Oesterreich geführteKrieg zum Vortheile Preussens. Von der Zeit an wurde der österrei-chische Erbfolgekrieg nur von Oesterreich allein einerseits und von Frank-reich, Spanien und dem Königreiche Neapel andererseits fortgeführt.
In den Niederlanden belagerte die 80,000 Mann starke unter demBefehle des Marschalls Grafen von Sachsen stehende französische Armeeim Monat Mai dieses Jahres die Festung Tournay. Ludwig XV. selbstund der Dauphin befanden sich bei dieser Armee. Der Herzog von Cum-berland und der österreichische Feldmarschall Königseck, welche diein den Niederlanden zusammengezogene englische, holländische undösterreichisch-deutsche Armee befehligten, eilten mit 50,000 Mann derfür sie wichtigen Festung Tournay zu Hilfe. Nachdem sie dieselbe vonder Südwestseite umgangen, machten sie am 11. Mai einen Angriff aufdas Gros der französischen Armee fgegen 56,000 Mann), die auf demrechten Scheideufer, mit der rechten Flanke gegen das Städtchen Antoingan der Scheide, mit dem Centrum beim Dorfe Fontenoy, das einen aus-springenden Winkel der Gefechtslinie bildete, und mit der linken Flankegegen den Wald von Barry Aufstellung genommen hatte. Beide Ortewaren befestigt und ausserdem waren vor der ganzen Front der franzö-sischen Armee Redouten aufgeführt und im Walde Verhaue angelegt.Die ganze Reiterei befand sich hinter der Infanterie in zwei Treffen, undauf dem linken Scheideufer, dem Städtchen Autoing gegenüber, war eineBatterie errichtet, um diejenigen feindlichen Truppen, die diesen Ortangreifen würden, in der Flanke und im Rücken zu beschiessen. Nachdreistündigem heftigen Artilleriefcuer griff die englische Infanterie drei-mal das Dorf Fontenoy an, wurde aber jedesmal zurückgeschlagen. DerAngriff der Holländer zwischen Fontenoy und Antoing war ebenso er-folglos. Da warf die englische und hannoversche Infanterie sich auf diezwischen Fontenoy und dem Walde von Barry postirten französischenAbtheilungen, die hier nicht Stand zu halten vermochten und, gedrängtdurch die in drei Infanterielinien anrückenden, von der Reiterei gefolgtenVerbündeten, in Unordnung ihren Rückzug antraten. 14,000 Mann ver-bündeter Truppen bildeten auf diese Weise eine Art tiefer Colonne,welche alle Angriffe der französischen Infanterie und Reiterei erfolgreichzurückwies. Wie es schien, war die Schlacht schon für die Franzosenverloren und der Marschall Graf von Sachsen befahl der Artillerie schonden Rückzug anzutreten, als der Irländer O'Meara, welcher in der fran-zösischen Armee diente, rieth, die tiefe und schwer bewegliche Colonneder Verbündeten, deren Reiterei in jenem Augenblicke zurückgebliebenwar, zugleich in der Fronte und Flanke durch die französische Reitereizu attakiren. In Folge dessen postirten die Franzosen gegen die Teteder feindlichen Colonne eine aus 4 Geschützen bestellende Batterie, der